Zweite Mannschaft marschiert durch

Unsere zweite Mannschaft musste am 3. Spieltag in der Bezirksklasse West gegen den SV Winsen (Luhe) II antreten. Unsere Ausgangsposition war günstig, denn Winsen ließ die Bretter 1 und 2 unbesetzt. Dadurch hatten wir für Stefan Klein und Volker Harms zwei kampflose Punkte sicher.

An den übrigen vier Brettern ergaben sich wechselvolle Spiele. Die erste Partie ging an Brett 5 durch Bjarne Walther verloren. Aus der sizilianischen Verteidigung entwickelte sich ein geschlossenes Mittelspiel, in dem Bjarne gut mithielt. Auf eine Drohung gegen seinen Läufer übersah Bjarne eine starke Drohung gegen den gegnerischen Turm und gab trotz Stellungsvorteils auf.

Den ersten Sieg brachte uns Peter Rußi an Brett 6 ein. Gegen einen offensiv spielenden Gegner kam er zunächst in eine beengte Stellung, aus der er sich dank geschickter Abtauschmanöver befreien konnte. Er behielt einen Mehrbauern zurück, den er umsichtig und konzentriert nach vorne brachte. Kurz vor der Umwandlung gab sein Gegner auf.

An Brett 3 kam es bei Björn Walther nach einer verhaltenen halboffenen Eröffnung und bedachter Figurenentwicklung zum regen Figurenabtausch. Im sich daraus entwickelndem Doppelturmendspiel mit gleichfarbigen Läufern und noch sämtlichen Bauern büßte Björn schnell einen Bauern ein. Er versuchte dann vergeblich, den Bauern zurückzuerobern oder zumindest ein Remis zu erzielen, verlor aber schließlich.

Auch Curd Hiersche hatte an Brett 4 eine geschlossene Partien mit solidem Aufbau. Im Laufe des Mittelspiels öffnete sich die Stellung und es kam zu vielerlei taktischen Möglichkeiten auf beiden Seiten. Curd konnte seine Chancen besser nutzen und schlug mit seinem Königsangriff schließlich durch.

Am Ende stand es 4:2 Mannschaftspunkte für uns. Somit konnten wir unseren dritten Mannschaftskampf in Folge gewinnen und sind bislang ungeschlagen. Bis mindestens Januar werden wir an der Tabellenspitze überwintern. Eine hervorragende Ausgangsposition, um die zweite Saisonhälfte im neuen Jahr entspannt anzugehen.

Stefan Klein

Jan Kröger ist Blitzmeister 2025

Am vergangen Freitag, den 05. Dezember wurde die jährliche SFB-Blitzmeisterschaft ausgespielt. Hierbei konnte sich Jan Kröger mit einer 100%-Ausbeute von 8 Punkten souverän den Titel sichern. Auf dem zweiten Platz mit 6,5 Punkten landete Ralf Schöngart. Den dritten Platz erkämpfte sich Stefan Lehmkuhl mit 6 Punkten.

Hier die Kreuztabelle mit allen Ergebnissen:

Blitzmeisterschaft | Schachfreunde Buxtehude e.V.

1. Binzer Senioren-Open

In diesem Jahr fand in Binz auf Rügen das beliebte Senioren-Turnier erstmals unter einem neuen Namen und unter neuer Leitung statt. Streitigkeiten mit dem ehemaligen Veranstalter führten dazu, dass die offene Landesmeisterschaft von M-V jetzt auf Usedom stattfindet – leider zeitgleich! Hoffentlich gibt es da für die Zukunft bessere Lösungen, vor allen Dingen für die Schachspieler!

Wir spielten wieder im Dorint Seehotel Binzer Therme. Immer noch mit einem tollen Wellness-Bereich und (leider 😉 ) sehr leckerem Essen. Leider waren von den ursprünglich angemeldeten 173 Spielern letztlich nur 154 am Start. Das ist besonders ärgerlich, weil dadurch Spielern, die gerne mitgespielt hätten, diese Möglichkeit durch die blockierten Startplätze genommen wurde. Mein Turnierstart war gelungen. In der ersten Runde widerlegte ich mit Schwarz meinem Gegner (ELO 1837) sein Bauernopfer in der Eröffnung und konnte letztlich mit 3 Bauern mehr gewinnen. In Runde zwei traf ich auf einen guten Freund aus Leipzig (ELO 1745). Auch hier konnte ich zwei Bauern und damit die Partie gewinnen. Danach wartete ein FM mit ELO 2103 auf mich. In dieser Partie rechnete ich eine Abwicklung durch, vergaß aber, dass ich den ersten Zug zwar im Kopf, aber noch nicht auf dem Brett ausgeführt hatte. Tja, Sachen gibt’s … In Runde 4 spielte ich gegen den 94-jährigen Turniersenior. Als ehemaliger Bundesligaspieler hat er immer noch eine ELO-Zahl von 1915. Trotz aller Erfahrung hat er eine schlechte Angewohnheit: Ständiges Remis-Anbieten und zwar ausschließlich, wenn der Gegner am Zug ist. Wie sagte ein Schachfreund so schön am nächsten Morgen beim Frühstück: „Du hast dem Sirenen-Gesang der ständigen Remis-Angebote erfolgreich widerstanden“. Schöne Formulierung. Dann kam der nächste FM (ELO 2225). In einer 5-Stunden-Partie konnte sich nach 60 Zügen der Spieler von Werder Bremen durchsetzen. In der 6. Runde erreichte ich mit Weiß ein Endspiel Turm + guter Springer gegen Turm + schlechter Läufer bei gleicher Bauernzahl. Mein Gegner aus Kiel (ELO 1891) verteidigte sich zäh, bis wir beide nur noch zwei Minuten Restbedenkzeit hatten. Dann konnte er jedoch einen Bauerndurchbruch nicht mehr verhindern. 4 aus 6 ist kein schlechtes Zwischenergebnis. Runde 7 hielt den nächsten Titelträger, einen CM mit ELO 2127, für mich bereit. Hier wählte ich mit Schwarz einen ruhigen und sicheren Aufbau und konnte tatsächlich ein Remis erreichen. Die 8. Runde dann umgekehrte Vorzeichen. Mein Gegner (ELO 1875) „rührte Beton an“. In der Stellung fand ich kein Durchkommen, also wieder Remis. In der letzten Runde schoss ich dann einen Riesen-Bock und „schenkte“ meinem Gegner (ELO 2098) einzügig die Qualität und damit natürlich auch den Punkt. Kein schöner Abschluss. Mit 5 Punkten aus 9 Runden landete ich am Ende auf Platz 38, gestartet war ich mit Nummer 34. Also in etwa die Erwartungen erfüllt.

Auch dieses Jahr waren mit Sigrun Naumann die SFB doppelt vertreten. Leider ermittelte die Turnierleitung eine fehlerhafte Startrangfolge, so dass Sigrun in der ersten Runde spielfrei hatte. Dieser kampflose Punkt wirkte sich natürlich auf das ganze Turnier aus, denn Sigrun bekam ständig deutlich stärkere Gegner vorgesetzt. Trotzdem erreichte sie am Ende mit 1,5 Punkten den vorletzten Platz. Und gegen welche Gegner sie gespielt hat, zeigt die Tatsache, dass Sigrun sogar noch ein Plus von 5 DWZ-Punkten verbuchen konnte.

Leider war die falsche Startrangliste nicht das einzige Manko der Turnierleitung. Das zeigte sich von fehlerhaften Rating-Listen über nicht bewiesene Cheating-Vorwürfe bis hin zu, in der Ausschreibung ausgeschlossenen (!), doppelten Preisen bei der Siegerehrung. Hier kann man von einem zertifizierten „International Organizer“ sicher mehr erwarten.

Trotzdem war es insgesamt wieder ein sehr schönes Turnier, wozu auch die gemütlichen Abende mit Freunden an der Bar beigetragen haben. Im nächsten Jahr steht das Hotel aus Renovierungsgründen leider nicht zur Verfügung, dann soll in einem Nachbarhotel gespielt werden. Man kann gespannt sein, ob das Turnier dann immer noch so gut angenommen wird.

Ralf Schöngart

Julklapp-Blitzturnier 2025

Auch in diesem Jahr wollen wir am letzten Spieltag des Jahres wieder unser Julklapp-Blitzturnier durchführen. Eingeladen sind nicht nur alle Vereinsmitglieder der Schachfreunde Buxtehude, sondern auch alle Gäste und Freunde unser Vereins, also jeder, der Lust und Interesse hat. Mitzubringen ist wie immer ein kleines Geschenk (möglichst unkenntlich verpackt) im Wert von ca. 5 – 10 Euro. Hier die weiteren Eckdaten:


Zeit und Ort:

  • 12. Dezember, dieses Jahr starten wir bereits um 19:30 Uhr in der „Hohen Luft“, Stader Straße 15 in Buxtehude
  • Anmeldeschluss: 19:30 Uhr
  • Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, jeder kann am Spieltag spontan vorbeikommen.


Modus:

Wir spielen ein Rundenturnier jeder gegen jeden, mit je 5 Minuten Bedenkzeit, Spielschluss ist jedoch spätestens 22 Uhr. Das heißt, wenn das Rundenturnier um 22 Uhr noch nicht beendet sein sollte, wird ein Schlussstrich gezogen und alle bis dahin gespielten Partien fließen in die Abschlussplatzierung ein. Die mitgebrachten Geschenke werden auf einem Tisch aufgebaut.

Die Reihenfolge der Abschlussplatzierung entscheidet darüber, wer sich bei der anschließenden „Bescherung“ als Erstes ein Geschenk aussuchen darf – wobei (hier zeigt sich ein kleiner Touch der Weihnachtsmoral) man sich nicht von Äußerlichkeiten blenden lassen sollte, denn das größte oder am aufwendigsten verpackte Geschenk muss keinesfalls auch das schönste oder wertvollste sein 🙂
Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen aus nah und fern!

Euer

Justus Ibe

2. Spieltag Mannschaftsmeisterschaft

SFB I – Verbandsliga Nord

Am 16.11. fand der zweite Spieltag dieser Saison statt und die SFBer mussten ins „Scharfrichterhaus“ reisen. Dort wartete allerdings nicht die Todesstrafe, sondern glücklicherweise nur die erste Mannschaft des SK Verden auf uns. Von den DWZ-Zahlen waren wir an den meisten Brettern gleich auf, lediglich an Brett 7 und 8 waren die Verdener jeweils ca. 200 Punkte höher bewertet.
Es startete mit einer Niederlage von Curd Hiersche an Brett 7. Etwa eine halbe Stunde später musste sich Alexander Struck an Brett 6 ebenfalls geschlagen geben, wodurch es bereits 0:2 gegen uns stand. Aber auch an den anderen Brettern sah es nicht gerade nach großen Siegchancen aus, so dass Martin Winkelmann an Brett 4 nach einer soliden Partie ein Remis beisteuerte. Auch Ralf Schöngart an Brett 2 musste sich auf eine Zugwiederholung einlassen, um kein Material zu verlieren. Bei seinem Debüt für die erste Mannschaft konnte Ralph Bernhard an Brett 8 lange Zeit gut mithalten, bis er sich im Endspiel schließlich geschlagen geben musste. Nun stand es also 1:4, die drei verbleibenden SFBer kämpften in jeweils ausgeglichenen Stellungen dennoch weiter, bis Frank Schildt an Brett 3 nach 4 Stunden Spielzeit doch ins Remis einwilligte. Torsten Damm an Brett 5 und Justus Ibe an Brett 1 zogen sofort nach. So stand am Ende eine deutliche 2,5:5,5 Niederlage auf der Ergebnistafel. Kurioserweise wurde diese Saison auch noch keine einzige der 16 gespielten Partien gewonnen. Bleibt zu hoffen, dass sich das beim nächsten Mannschaftskampf gegen die SG FinWest am 7.12. ändert.
Justus Ibe

SFB II – Bezirksklasse West

SFB 2 hatte die 3.Mannschaft vom Stader SV zu Gast, die ihr erstes Spiel ähnlich gut mit 5:1 gewonnen hatte. Es ging also auch um die zwischenzeitliche Tabellenführung, und so waren wir mit der nominal stärksten Besetzung angetreten.

Trotzdem gab es schon nach 45 Minuten einen Rückschlag, wo Volker Harms sich der seltenen Wiener Partie erwehren musste. Sein Gegner hatte einen starken Angriff auf der f-Linie gestartet, der zum Durchbruch und schließlich zu Figurenverlust führte. So ging die Partie nach 16 Zügen verloren. Helmut Blanck glich nur 10 Minuten später zum 1:1 aus. Kommentar von Helmut: „Mein junger Gegner hatte sich zuerst gut aufgebaut. Dann ruinierte er alles durch einen Patzer und ich gewann einen Springer und im nächsten Zug noch die Dame. So zu gewinnen macht keinen Spaß.“

Alle weiteren Partien standen längere Zeit auf der Kippe bzw. ausgeglichen, ehe Thomas Höhle mit Weiß an Brett 2 ins Remis abwickeln konnte. Björn Walther stand an Brett 6 zeitweise schlechter, erkämpfte sich aber mit etwas Glück schließlich das Remis im Colle-System nach 34 Zügen. An Brett 3 geriet Hans-Peter Tödter mit Schwarz in der Trompovski-Eröffnung zunächst unter Druck, konnte sich davon aber befreien und seinerseits einen Gegenangriff aufbauen. Der reichte aber nicht für mehr als ein Remis nach 34 Zügen und 2,5 Stunden Spielzeit. Den Tag zu unseren Gunsten entschied Stefan Klein an Brett 1.

Nach dem nun erreichten Zwischenstand von 2,5:2,5 blickten alle auf die letzte noch laufende Partie von Stefan Klein an Brett 1. Stefan gewann im Mittelspiel einen Zentrumsbauern, was zunächst noch kein klarer Vorteil war. Stefans Gegner kämpfte entschlossen um das Remis, doch nach Abtausch aller Figuren behielt Stefan seinen Mehrbauern bis ins Endspiel. In einem komplizierten Bauernendspiel mit vielen Tücken behielt Stefan die Übersicht – und verwandelte seinen Mehrbauern sicher zum Sieg. Mehrere geschickt genutzte Zugzwangsituationen halfen ihm dabei.

So gewann unsere zweite Mannschaft am Ende knapp, aber verdient mit 3,5:2,5. Nach dem zweiten Spieltag stehen wir in der Bezirksklasse West mit vier Mannschaftspunkten an der Tabellenspitze. Eine perfekte Voraussetzung für die nächsten Spieltage. Das nächste Match sieht uns am 7.Dezember beim SV Winsen II.

Hans-Peter Tödter



 

Sportstipendium 2025

Am 6. November fand in Stade die Vergabe des jährlichen Sportstipendiums statt. Dieses Sportstipendium wird seit 2012 gemeinsam von der Sparkasse Stade-Altes Land, dem Tageblatt und dem Kreissportbund Stade verliehen. 10 jugendliche Sportler kommen in die Endausscheidung, in der über ein Punktesystem incl. Telefon-Voting über die Platzierungen entschieden wird. Die 3 Erstplatzierten können sich dann über 1.500 €, 1000 € und 500 € freuen. Seit ein paar Jahren gibt es auch einen Ehrenpreis, den „Paul-Reinhard-Schmidt-Preis“. Dieser Preis wird an besonders engagierte ehrenamtliche Jugendliche verliehen. Und in diesem Jahr an Justus Ibe! Justus war bei der Preisverleihung völlig überrascht, die Verantwortlichen schafften es, diese Ehrung geheim zu halten. Justus dämmerte erst etwas, als der SFB-Vorsitzende eine Laudatio für Justus hielt. Dotiert ist diese besondere Auszeichnung mit 1.000 €. Diesen Scheck überreichten Sparkassen-Vorstand Jan Schuback und KSB-Vorstand Nihat Sagir an den SFB’er.  

Scheck-Übergabe an Justus Ibe.
Foto: Tageblatt

Ralf Schöngart

Justus Ibe gewinnt Pokalturnier 2025

Am vergangenen Freitag wurde das Finale des diesjährigen Pokalturniers gespielt, an dem leider nur 8 Spieler teilnahmen. Im Finale standen Justus Ibe und Neumitglied Ralph Bernhard. Die klassische Partie endete nach einem ausgeglichenen Verlauf remis. In der erforderlichen Schnellpartie konnte sich Justus Ibe dann aber durchsetzen und somit das Pokalturnier 2025 gewinnen.

Ralph Bernhard ist folglich zweiter geworden. Den B-Pokal hat mit 2.5 Punkten Martin Winkelmann gewonnen und komplettiert so das Siegertreppchen.

Justus Ibe

2. Spieltag Jugendliga

Am 9.11.2025 fand der zweite Spieltag der Jugendmannschaft statt. Wir mussten die Reise nach Bad Bevensen auf uns nehmen, hierbei spielten wir zuerst gegen den SV Bad Bevensen und anschließend gegen den SC Turm Lüneburg. Für die SFBer spielten dieses Mal Mannschaftsführer Justus Ibe, Bjarne Walther, Kai Neacsu und Maxi Surkus.

Im Spiel gegen Bad Bevensen konnten Bjarne, Kai und Maxi durch geduldiges und konzentriertes Spiel Siege erzielen. Justus ließ sich nach einer ausgeglichenen Partie seinen Turm einfangen, was ihn zur Aufgabe bewegte. Dadurch wurde die Begegnung gegen Bad Bevensen mit 3:1 gewonnen, was 2 weitere Mannschaftspunkte für die SFB Jugend bedeutet.

Nach der ersten Runde waren vor dem Spiel gegen Lüneburg wohl schon einige Körner verbraucht, wodurch Maxi und Kai schnelle Niederlagen hinnehmen mussten. Justus gelang auf der anderen Seite ein schneller Sieg, indem er das Londoner System seines Gegners auseinandernahm und nach 13 Zügen eine Figur und drei Bauern mehr hatte, weshalb sein Gegner aufgab. Bjarne steuerte ein sicheres Remis zum 1,5:2,5 Endstand bei.

Mit insgesamt 3 Mannschaftspunkten nach 3 Spielen steht unsere Jugendmannschaft aktuell auf einem guten 5. Platz.

Justus Ibe

Bezirks-Einzel-Meisterschaft

Dieses Jahr fand die Bezirks-Einzel-Meisterschaft (BEM) vom 20.10.2025 bis 26.10.2025 in Verden/Aller statt. Ausgetragen wurden die Jugendturniere U12 – U18, das Seniorenturnier, das Hauptturnier sowie das Meisterturnier. Meine erste BEM habe ich 1974 im Jugend-Hauptturnier (das gab’s damals noch) gespielt und jetzt – über 50 Jahre später! – meine erste Teilnahme am Seniorenturnier. Der Hauptgrund, weswegen ich mich gegen das Meisterturnier entschieden habe, waren die dort angesetzten 3 Doppelrunden. Da geht’s bei den „älteren Herrschaften“ doch deutlich entspannter zu …

Ich trat als klarer nomineller Favorit an, was es aber nicht immer leichter macht. Und ich bekam von meinen Kontrahenten auch ordentlich Gegenwehr zu spüren. Die ersten 4 Partien konnte ich, wenn auch teilweise erst nach langem und geduldigem Kampf, gewinnen. In Runde 5 traf ich mit Schwarz auf den Setzlisten-Zweiten aus Leipzig. Hier einigten wir uns nach 17 Zügen in einer vollkommen ausgeglichenen Stellung (die Rechner-Bewertung sagte später 0,0) auf Remis. Die 6. Runde konnte ich dann wieder gewinnen, der Zweitplatzierte kam allerdings über ein Remis nicht hinaus. Dadurch hatte ich bereits einen ganzen Punkt Vorsprung und konnte aufgrund meiner sehr starken Zweitwertung nicht mehr eingeholt werden. In der letzten Runde lieferte ich mir dann noch einmal einen spannenden Kampf gegen den Bezirksvorsitzenden. Auch diese Partie konnte ich schließlich gewinnen und beendete damit das Turnier mit 6,5 Punkten aus 7 Runden souverän als neuer Bezirksmeister! Kleiner Fun-Fact am Rande: Ich spielte das komplette Turnier an Brett 1 und meine 7 Gegner landeten in der Endtabelle auf den Plätzen 2 bis 8 – ein eher seltenes Ergebnis!

Bezirksmeister der Senioren mit NSV Präsident Michael S. Langer

Ralf Schöngart

Cup der Deutschen Einheit

Vom 2.10. – 7.10.2025 fand in Wernigerode – der „bunten Stadt am Harz“ – bereits zum 16. Mal der Cup der Deutschen Einheit (ehemals „Deutschland-Cup“) statt. Dieses Turnier wird in 100’er DWZ-Gruppen gespielt. Die Obergrenze liegt bei DWZ 2100, in Gruppe 12 treten alle unter DWZ 1000 an. Man trifft also in jeder Partie auf nahezu gleichstarke Gegner. Außerdem wartet auf die Teilnehmer ein umfangreiches Rahmen- und Ausflugsprogramm. Auch Kurioses wird geboten: Bei der Begrüßung durch den Turnierleiter wurde bekannt gegeben, dass es ein frischvermähltes Ehepaar unter den Teilnehmern gibt – morgens um 11 Uhr geheiratet, nachmittags um 17 Uhr am Brett! Und in Runde 3 kam es in einer Paarung zu der Konstellation, dass 184 Jahre Lebenserfahrung am Schachbrett versammelt waren – hier konnte sich die „Jugend“ (90 Jahre alt) gegen den 94-jährigen durchsetzen. Respekt an beide!

Insgesamt traten in diesem Jahr 187 Spieler an. Ich selber spielte wiederum in Gruppe 2 (DWZ 1900 – 1999). In der ersten Runde traf ich auf den frischgebackenen Ehemann (DWZ 1986), der mir nach 18 Zügen Remis anbot. Selbstverständlich nahm ich an, ich wollte ihm ja nicht den Hochzeitstag verderben 😉 . In Runde zwei (gegen DWZ 1915) verwandelte ich in Zeitnot eine klar bessere Stellung mit Mehrbauer zu einem Turmendspiel mit Minusbauer, das ich aber mit ein bisschen Glück noch ins Remis retten konnte. Schlecht lief es in Runde 3 gegen den späteren Zweiten (DWZ 1980): Hier vergaß ich in einer meiner Leib- und Magenvarianten in der Eröffnung einen Zug und musste mich nach 40 Zügen geschlagen geben. Danach traf ich auf einen langjährigen Bekannten (DWZ 1946). Nach einer relativ ruhigen Partie mit vielen Abtäuschen einigten wir uns auf die Punkteteilung. An diesem Sonntag war eine Doppelrunde angesetzt, daher nutzte ich für den Nachmittag die Möglichkeit ein „Bye“ zu nehmen, also einen halben Punkt ohne zu spielen zu erhalten. In Runde 6 wartete der Titelverteidiger (DWZ 1952) auf mich. Nach 35 Zügen hatte mein Gegner noch 3 Minuten Restbedenkzeit, ich noch 7. Nach 36. Sxe4 entstand folgende Stellung:

Hier investierte ich 5 Minuten meiner Bedenkzeit um dann 36. … c4 zu spielen. So ging es weiter: 37. Txd4 Dxd4+ 38. Df2 c3 (!) 39. a5 cxb2 40. Sd2 Dxd2 (!) 41. Dxd2 b1=D+ Schwarz hat zwei Figuren mehr, die Partie ist eigentlich entschieden. Aber es gab noch eine hübsche Abwicklung mit 42. Kh2 Dxb5 43. Dd8+ Lf8 44. axb6 Db2 (droht Matt auf g2) 45. Dg5 Dxb6 46. Dxe5 Dd6 47. Da1 Dd2 48. Df1 Se2 49. Df2 Ld6+ und Weiß hat es endlich eingesehen. In der letzten Runde traf ich auf einen langjährigen Spitzenspieler und mehrfachen WM-Teilnehmer des Blinden-Schachverbandes (DWZ 1956). Wieder spielte ich die Eröffnung schlecht und büßte einen Bauern ein. Um etwas Gegenspiel und Platz für meine Figuren zu bekommen, opferte ich einen zweiten Bauern. Das sollte sich auszahlen, ich konnte einen Bauern zurück gewinnen und selber ein paar Drohungen aufstellen. Nach 38 Zügen nahm ich dann das Remis-Angebot an. Damit hatte ich 3,5 Punkte auf dem Konto und belegte am Ende den 8. Platz. Mit Startnummer 9 ins Turnier gegangen, also in etwa die Erwartungen erfüllt.

Auch bei diesem Turnier war mit Sigrun Naumann wieder eine weitere SFB’erin am Start. Sigrun startete in Gruppe 12 und erreichte mit 3,5 Punkten aus 7 Runden ebenfalls die 50%-Marke, was am Ende zu Platz 9 reichte. In dieser Gruppe sind natürlich auch immer Kinder am Start, die bei den DWZ noch deutlich unterbewertet sind. Positiv in diesem Jahr: Allein in dieser Gruppe waren 7 Frauen dabei!

Das wie immer sehr gut organisierte Turnier wurde durch unsere täglichen gemütlichen Abende der „Deutschland-Clique“ (Hamburg – Berlin – Leipzig – Koblenz) mit leckerem Essen und dem einen oder anderen Kaltgetränk abgerundet.

Ralf Schöngart