BBEM in Buxtehude

Am 30.05. fand die diesjährige Bezirksblitzeinzelmeisterschaft statt. Anlässlich des Jubiläumsjahres übernahmen die Schachfreunde Buxtehude die Ausrichtung. Die Räumlichkeiten in der Schießsportanlage des Schützenvereins Altkloster boten hierbei optimale Spielbedingungen, sodass einem tollen Turnier nichts mehr im Wege stand.
Insgesamt haben 27 Spieler teilgenommen, darunter 5 SFBer.


Bester Buxtehuder wurde Ralf Schöngart, der sich 16,5 Punkte erspielte und damit auf einem guten 7. Platz ins Ziel kam. Mit etwas Abstand auf Platz 17 folgte Torsten Damm. Torsten spielte eine sehr gute erste Turnierhälfte, verlor nach der Mittagspause aber etwas den Faden, wodurch er schlussendlich 12 Punkte erzielen konnte.


Direkt dahinter mit 11 Punkten kam Justus Ibe auf Platz 18 ins Ziel. Ebenfalls 11 Punkte konnte Stefan Klein erzielen, was für den 19. Platz reichte. Für Hans-Jürgen Putzka war es das erste Schachturnier nach langer Pause. Dennoch konnte er in einem stark besetzen Feld mit nur zwei Spielern unter 1600 1,5 Punkte erzielen.

Insgesamt war es ein tolles Turnier, welches reibungslos und in toller Atmosphäre stattgefunden hat und allen Beteiligten positiv in Erinnerung bleiben wird.

Justus Ibe

Lisa’s Open

Am ersten Mai-Wochenende wurde in Winsen/Luhe die Bezirks-Schnellschach-Einzelmeisterschaft (BSSEM) ausgetragen. Besser bekannt ist dieses Turnier unter dem Namen „Lisa’s Open“. Gespielt wurden wiederum an zwei Tagen 11 Runden in den schönen Räumlichkeiten des Marstalls, bestens organisiert vom SV Winsen. 

Leider waren von den insgesamt 27 Teilnehmern dieses Mal nur zwei SFB’er am Start. Justus Ibe mischte das ganze Turnier in der erweiterten Spitze mit. Durch einen Sieg in der letzten Runde belegte Justus mit starken 6,5 Punkten den 6. Platz der Gesamtwertung, in der gesonderten Bezirkswertung reichte es sogar als Dritter für einen Platz auf dem Treppchen. Einen rabenschwarzen Samstag erwischte Ralf Schöngart. Mit nur einem Punkt aus 5 Runden verdiente sich der Buxtehuder in der letzten Runde des Tages sogar das Freilos. Am Sonntag dann ein bisschen Wiedergutmachung: 4 aus 5 ergaben insgesamt 6 Punkte und Tabellenplatz 12. Der unter der Flagge von Eintracht Munster startende Stefan Lehmkuhl landete mit 5 Punkten auf Platz 19.

Ralf Schöngart

Internationaler Seniorencup

178 Spieler aus 13 Nationen, unter ihnen 15 Titelträger, versammelten sich vom 18. April bis 26. April zum 14. Internationalen Seniorencup am Tegernsee. Gespielt wurde wiederum im schönen Seeforum in Rottach-Egern direkt am Tegernsee. Die Spielbedingungen und die Organisation waren wie immer hervorragend. Leider gab es aufgrund technischer Probleme in diesem Jahr keine Anzeige der Zwischenstände, aber das war zu verschmerzen.

Mein Turnier stand unter dem Motto „Schwach begonnen und dann stark nachgelassen“. Ich startete mit zwei Remisen gegen ELO 1778 und ELO 1796. Die dritte Runde konnte ich gegen einen Schweizer mit ELO 1860 gewinnen. In Runde vier dann der nächste Sieg (ELO 1896). Mit drei aus vier ins Turnier zu gehen, hört sich ja nicht sooo schlecht an. Dann die erste Niederlage in Runde 5 gegen ELO 2113. Den dritten Sieg schaffte ich in Runde 6 gegen ELO 1924. Vier aus sechs ist immer noch in Ordnung. Aber dann kam mein „Schlussspurt“ mit der großen Rochade: Drei Nullen in Folge (ELO 2104, ELO 1934 und ELO 1863). Mit 4 Punkten aus 9 Runden erzielte ich damit mein schwächstes Ergebnis bei diesem Turnier. „Belohnt“ wurde ich dafür mit einem satten Minus bei ELO und DWZ.

Ganz anders lief es bei der zweiten SFB’erin Sigrun Naumann. Bei jeder Partie ging sie als krasse Außenseiterin ans Brett, lieferte den teilweise deutlich höher bewerteten Gegnern aber beherzte Kämpfe. Am Ende standen starke zwei Punkte zu Buche! Sigrun konnte sich über einen deutlichen DWZ-Zuwachs freuen und verpasste die „magische 1000’er Grenze“ nur hauchdünn.

Das Turnier war sehr gut organisiert. Selbst Petrus verwöhnte uns mit strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen, so dass wir schöne Ausflüge unternehmen konnten. Abends dann die obligatorischen gemütlichen Runden mit lieben Freunden bei leckerem Essen und dem einen oder anderen Kaltgetränk 😉  Und das ist es doch, was so ein Turnier erst ausmacht!

Ralf Schöngart

Aus 5 mach 1

Am 22. Februar wurde in Munster das Achtelfinale des Bezirks-Dähnepokals ausgetragen. Am Start dort auch drei SFB’er. Justus Ibe bekam als Weißer eine aggressive Eröffnung vorgesetzt, die ihn viel Bedenkzeit kostete. Mit nur noch wenig Zeit auf der Uhr büßte Justus zwei Bauern ein. Als sogar noch ein Dritter verloren ging, musste er seinem Gegner aus Schneverdingen zum Sieg gratulieren. Ralph Bernhard musste sich mit Weiß gegen Holländisch wehren. Der Buxtehuder kam ziemlich gut aus der Eröffnung, verlor allerdings im Mittelspiel eine Qualität. Diesen Vorteil ließ sich der erfahrene Munsteraner nicht mehr nehmen und konnte sicher gewinnen. Ralf Schöngart traf mit Weiß auf einen langjährigen Bekannten aus Bremervörde. In einer langen Theorievariante im Damengambit konnte sich keiner der Beiden einen entscheidenden Vorteil erarbeiten, also Remis nach 25 Zügen. In der erforderlichen Schnellpartie mit vertauschten Farben entschied – mal wieder – eine Springergabel für den SFB’er. Nach zwischenzeitlichem Qualitätsgewinn konnte der Titelverteidiger in ein leicht zu gewinnendes Bauernendspiel abwickeln. Damit ist von den ursprünglich fünf Buxtehudern leider nur noch einer übrig geblieben. Interessant in diesem Jahr: Die 8 Viertelfinalisten kommen aus 7 verschiedenen Vereinen! Dieses Viertelfinale findet am 15. März in Schneverdingen statt. Der Gegner dort wird ein Spieler der SG Niederelbe sein.

Ralf Schöngart 

Zwei Buxtehuder beim NSV-Dähnepokal

Am 20. und 21.12. fand in Lehrte der NSV-Dähnepokal 2025 statt. Dieses Mal waren mit Ralf Schöngart und Justus Ibe zwei Buxtehuder als Vertreter des Schachbezirks Lüneburg am Start.

Ralf bekam es im Viertelfinale mit der Nummer 5 der Setzliste (DWZ 2008) zu tun. Ralf geriet in eine unangenehme Stellung, in der sein Springer praktisch unauflösbar gefesselt war, ihm gelang es jedoch, das Remis durch Dauerschach zu sichern. Im Schnellschach unterlag Ralf seinem Gegner allerdings. Justus bekam die Nummer 8 der Setzliste (DWZ 1635) zugelost, der bedingt durch die Anreise mit der Bahn mit etwas Verzug ankam. Mit Weiß kam Justus in eine schwierige Stellung mit geöffneter h-Linie gegen seinen König. Sein Gegner opferte jedoch fälschlicherweise eine Figur. Diese gab Justus aber wieder zurück, um in ein Endspiel mit Mehrbauern abzuwickeln. Hier machte es ihm sein Gegner leicht, sodass nach etwa 4 Stunden Spielzeit der Sieg auf der Ergebnistafel stand.

Im Halbfinale wartete jedoch ein 16jähriger NSV-Kaderspieler und späterer Pokalsieger mit DWZ 2280 auf Justus. Sein Gegner ließ sich auch nicht lange bitten und nutzte kleine Ungenauigkeiten des Buxtehuders gnadenlos aus und nach 25 Zügen brachte sein Gegner den Sieg unter Dach und Fach.

Insgesamt haben sich die Buxtehuder Vertreter also ganz ordentlich geschlagen. Der Dähnepokal auf Bezirksebene startet übrigens schon Anfang 2026. Die Ausschreibung hierfür ist auf der Website des Schachbezirks Lüneburg zu finden.

Justus Ibe

1. Binzer Senioren-Open

In diesem Jahr fand in Binz auf Rügen das beliebte Senioren-Turnier erstmals unter einem neuen Namen und unter neuer Leitung statt. Streitigkeiten mit dem ehemaligen Veranstalter führten dazu, dass die offene Landesmeisterschaft von M-V jetzt auf Usedom stattfindet – leider zeitgleich! Hoffentlich gibt es da für die Zukunft bessere Lösungen, vor allen Dingen für die Schachspieler!

Wir spielten wieder im Dorint Seehotel Binzer Therme. Immer noch mit einem tollen Wellness-Bereich und (leider 😉 ) sehr leckerem Essen. Leider waren von den ursprünglich angemeldeten 173 Spielern letztlich nur 154 am Start. Das ist besonders ärgerlich, weil dadurch Spielern, die gerne mitgespielt hätten, diese Möglichkeit durch die blockierten Startplätze genommen wurde. Mein Turnierstart war gelungen. In der ersten Runde widerlegte ich mit Schwarz meinem Gegner (ELO 1837) sein Bauernopfer in der Eröffnung und konnte letztlich mit 3 Bauern mehr gewinnen. In Runde zwei traf ich auf einen guten Freund aus Leipzig (ELO 1745). Auch hier konnte ich zwei Bauern und damit die Partie gewinnen. Danach wartete ein FM mit ELO 2103 auf mich. In dieser Partie rechnete ich eine Abwicklung durch, vergaß aber, dass ich den ersten Zug zwar im Kopf, aber noch nicht auf dem Brett ausgeführt hatte. Tja, Sachen gibt’s … In Runde 4 spielte ich gegen den 94-jährigen Turniersenior. Als ehemaliger Bundesligaspieler hat er immer noch eine ELO-Zahl von 1915. Trotz aller Erfahrung hat er eine schlechte Angewohnheit: Ständiges Remis-Anbieten und zwar ausschließlich, wenn der Gegner am Zug ist. Wie sagte ein Schachfreund so schön am nächsten Morgen beim Frühstück: „Du hast dem Sirenen-Gesang der ständigen Remis-Angebote erfolgreich widerstanden“. Schöne Formulierung. Dann kam der nächste FM (ELO 2225). In einer 5-Stunden-Partie konnte sich nach 60 Zügen der Spieler von Werder Bremen durchsetzen. In der 6. Runde erreichte ich mit Weiß ein Endspiel Turm + guter Springer gegen Turm + schlechter Läufer bei gleicher Bauernzahl. Mein Gegner aus Kiel (ELO 1891) verteidigte sich zäh, bis wir beide nur noch zwei Minuten Restbedenkzeit hatten. Dann konnte er jedoch einen Bauerndurchbruch nicht mehr verhindern. 4 aus 6 ist kein schlechtes Zwischenergebnis. Runde 7 hielt den nächsten Titelträger, einen CM mit ELO 2127, für mich bereit. Hier wählte ich mit Schwarz einen ruhigen und sicheren Aufbau und konnte tatsächlich ein Remis erreichen. Die 8. Runde dann umgekehrte Vorzeichen. Mein Gegner (ELO 1875) „rührte Beton an“. In der Stellung fand ich kein Durchkommen, also wieder Remis. In der letzten Runde schoss ich dann einen Riesen-Bock und „schenkte“ meinem Gegner (ELO 2098) einzügig die Qualität und damit natürlich auch den Punkt. Kein schöner Abschluss. Mit 5 Punkten aus 9 Runden landete ich am Ende auf Platz 38, gestartet war ich mit Nummer 34. Also in etwa die Erwartungen erfüllt.

Auch dieses Jahr waren mit Sigrun Naumann die SFB doppelt vertreten. Leider ermittelte die Turnierleitung eine fehlerhafte Startrangfolge, so dass Sigrun in der ersten Runde spielfrei hatte. Dieser kampflose Punkt wirkte sich natürlich auf das ganze Turnier aus, denn Sigrun bekam ständig deutlich stärkere Gegner vorgesetzt. Trotzdem erreichte sie am Ende mit 1,5 Punkten den vorletzten Platz. Und gegen welche Gegner sie gespielt hat, zeigt die Tatsache, dass Sigrun sogar noch ein Plus von 5 DWZ-Punkten verbuchen konnte.

Leider war die falsche Startrangliste nicht das einzige Manko der Turnierleitung. Das zeigte sich von fehlerhaften Rating-Listen über nicht bewiesene Cheating-Vorwürfe bis hin zu, in der Ausschreibung ausgeschlossenen (!), doppelten Preisen bei der Siegerehrung. Hier kann man von einem zertifizierten „International Organizer“ sicher mehr erwarten.

Trotzdem war es insgesamt wieder ein sehr schönes Turnier, wozu auch die gemütlichen Abende mit Freunden an der Bar beigetragen haben. Im nächsten Jahr steht das Hotel aus Renovierungsgründen leider nicht zur Verfügung, dann soll in einem Nachbarhotel gespielt werden. Man kann gespannt sein, ob das Turnier dann immer noch so gut angenommen wird.

Ralf Schöngart

Bezirks-Einzel-Meisterschaft

Dieses Jahr fand die Bezirks-Einzel-Meisterschaft (BEM) vom 20.10.2025 bis 26.10.2025 in Verden/Aller statt. Ausgetragen wurden die Jugendturniere U12 – U18, das Seniorenturnier, das Hauptturnier sowie das Meisterturnier. Meine erste BEM habe ich 1974 im Jugend-Hauptturnier (das gab’s damals noch) gespielt und jetzt – über 50 Jahre später! – meine erste Teilnahme am Seniorenturnier. Der Hauptgrund, weswegen ich mich gegen das Meisterturnier entschieden habe, waren die dort angesetzten 3 Doppelrunden. Da geht’s bei den „älteren Herrschaften“ doch deutlich entspannter zu …

Ich trat als klarer nomineller Favorit an, was es aber nicht immer leichter macht. Und ich bekam von meinen Kontrahenten auch ordentlich Gegenwehr zu spüren. Die ersten 4 Partien konnte ich, wenn auch teilweise erst nach langem und geduldigem Kampf, gewinnen. In Runde 5 traf ich mit Schwarz auf den Setzlisten-Zweiten aus Leipzig. Hier einigten wir uns nach 17 Zügen in einer vollkommen ausgeglichenen Stellung (die Rechner-Bewertung sagte später 0,0) auf Remis. Die 6. Runde konnte ich dann wieder gewinnen, der Zweitplatzierte kam allerdings über ein Remis nicht hinaus. Dadurch hatte ich bereits einen ganzen Punkt Vorsprung und konnte aufgrund meiner sehr starken Zweitwertung nicht mehr eingeholt werden. In der letzten Runde lieferte ich mir dann noch einmal einen spannenden Kampf gegen den Bezirksvorsitzenden. Auch diese Partie konnte ich schließlich gewinnen und beendete damit das Turnier mit 6,5 Punkten aus 7 Runden souverän als neuer Bezirksmeister! Kleiner Fun-Fact am Rande: Ich spielte das komplette Turnier an Brett 1 und meine 7 Gegner landeten in der Endtabelle auf den Plätzen 2 bis 8 – ein eher seltenes Ergebnis!

Bezirksmeister der Senioren mit NSV Präsident Michael S. Langer

Ralf Schöngart

Cup der Deutschen Einheit

Vom 2.10. – 7.10.2025 fand in Wernigerode – der „bunten Stadt am Harz“ – bereits zum 16. Mal der Cup der Deutschen Einheit (ehemals „Deutschland-Cup“) statt. Dieses Turnier wird in 100’er DWZ-Gruppen gespielt. Die Obergrenze liegt bei DWZ 2100, in Gruppe 12 treten alle unter DWZ 1000 an. Man trifft also in jeder Partie auf nahezu gleichstarke Gegner. Außerdem wartet auf die Teilnehmer ein umfangreiches Rahmen- und Ausflugsprogramm. Auch Kurioses wird geboten: Bei der Begrüßung durch den Turnierleiter wurde bekannt gegeben, dass es ein frischvermähltes Ehepaar unter den Teilnehmern gibt – morgens um 11 Uhr geheiratet, nachmittags um 17 Uhr am Brett! Und in Runde 3 kam es in einer Paarung zu der Konstellation, dass 184 Jahre Lebenserfahrung am Schachbrett versammelt waren – hier konnte sich die „Jugend“ (90 Jahre alt) gegen den 94-jährigen durchsetzen. Respekt an beide!

Insgesamt traten in diesem Jahr 187 Spieler an. Ich selber spielte wiederum in Gruppe 2 (DWZ 1900 – 1999). In der ersten Runde traf ich auf den frischgebackenen Ehemann (DWZ 1986), der mir nach 18 Zügen Remis anbot. Selbstverständlich nahm ich an, ich wollte ihm ja nicht den Hochzeitstag verderben 😉 . In Runde zwei (gegen DWZ 1915) verwandelte ich in Zeitnot eine klar bessere Stellung mit Mehrbauer zu einem Turmendspiel mit Minusbauer, das ich aber mit ein bisschen Glück noch ins Remis retten konnte. Schlecht lief es in Runde 3 gegen den späteren Zweiten (DWZ 1980): Hier vergaß ich in einer meiner Leib- und Magenvarianten in der Eröffnung einen Zug und musste mich nach 40 Zügen geschlagen geben. Danach traf ich auf einen langjährigen Bekannten (DWZ 1946). Nach einer relativ ruhigen Partie mit vielen Abtäuschen einigten wir uns auf die Punkteteilung. An diesem Sonntag war eine Doppelrunde angesetzt, daher nutzte ich für den Nachmittag die Möglichkeit ein „Bye“ zu nehmen, also einen halben Punkt ohne zu spielen zu erhalten. In Runde 6 wartete der Titelverteidiger (DWZ 1952) auf mich. Nach 35 Zügen hatte mein Gegner noch 3 Minuten Restbedenkzeit, ich noch 7. Nach 36. Sxe4 entstand folgende Stellung:

Hier investierte ich 5 Minuten meiner Bedenkzeit um dann 36. … c4 zu spielen. So ging es weiter: 37. Txd4 Dxd4+ 38. Df2 c3 (!) 39. a5 cxb2 40. Sd2 Dxd2 (!) 41. Dxd2 b1=D+ Schwarz hat zwei Figuren mehr, die Partie ist eigentlich entschieden. Aber es gab noch eine hübsche Abwicklung mit 42. Kh2 Dxb5 43. Dd8+ Lf8 44. axb6 Db2 (droht Matt auf g2) 45. Dg5 Dxb6 46. Dxe5 Dd6 47. Da1 Dd2 48. Df1 Se2 49. Df2 Ld6+ und Weiß hat es endlich eingesehen. In der letzten Runde traf ich auf einen langjährigen Spitzenspieler und mehrfachen WM-Teilnehmer des Blinden-Schachverbandes (DWZ 1956). Wieder spielte ich die Eröffnung schlecht und büßte einen Bauern ein. Um etwas Gegenspiel und Platz für meine Figuren zu bekommen, opferte ich einen zweiten Bauern. Das sollte sich auszahlen, ich konnte einen Bauern zurück gewinnen und selber ein paar Drohungen aufstellen. Nach 38 Zügen nahm ich dann das Remis-Angebot an. Damit hatte ich 3,5 Punkte auf dem Konto und belegte am Ende den 8. Platz. Mit Startnummer 9 ins Turnier gegangen, also in etwa die Erwartungen erfüllt.

Auch bei diesem Turnier war mit Sigrun Naumann wieder eine weitere SFB’erin am Start. Sigrun startete in Gruppe 12 und erreichte mit 3,5 Punkten aus 7 Runden ebenfalls die 50%-Marke, was am Ende zu Platz 9 reichte. In dieser Gruppe sind natürlich auch immer Kinder am Start, die bei den DWZ noch deutlich unterbewertet sind. Positiv in diesem Jahr: Allein in dieser Gruppe waren 7 Frauen dabei!

Das wie immer sehr gut organisierte Turnier wurde durch unsere täglichen gemütlichen Abende der „Deutschland-Clique“ (Hamburg – Berlin – Leipzig – Koblenz) mit leckerem Essen und dem einen oder anderen Kaltgetränk abgerundet.

Ralf Schöngart  

 

Finale Dähnepokal 2025

Am 31.05.2025 fand das Finale des Bezirksdähnepokals 2025 statt. Wie auch im letzten Jahr standen erfreulicherweise wieder zwei SFBer im Finale, weshalb das Finale folgerichtig in Buxtehude ausgetragen wurde. Es trafen der Vorjahressieger Ralf Schöngart und der formstarke Justus Ibe aufeinander, es versprach also ein spannender Kampf zu werden und so kam es auch…

In der klassischen Partie führte Justus die weißen Steine und wählte einen ruhigen Aufbau. Die Partie verlief lange Zeit sehr ausgeglichen, bis es kurzzeitig so aussah, als ob Ralf in Vorteil kommen könnte. Justus ließ sich aber die nötige Zeit und verteidigte sich korrekt, sodass ein ausgeglichenes Endspiel entstand und im 36. Zug ein leistungsgerechtes Remis geschlossen wurde.

Somit musste also eine Schnellpartie mit vertauschten Farben gespielt werden. Es entstand eine Interessante Partie mit Angriffschancen auf beiden Seiten. Schließlich entstand ein wildes Endspiel, in welchem Ralf zwischenzeitlich bis zu drei Mehrbauern hatte, Justus konnte sich aber trotz zunehmender Zeitnot gut verteidigen und konnte wieder materiellen Gleichstand herstellen, sowie seinerseits gefährliche Drohungen aufstellen.

Am Ende behielt jedoch Ralf den besseren Überblick wodurch er schließlich den letzten schwarzen Bauern gewinnen konnte und den eigenen König vor seinen Freibauern bringen, wodurch er diese wilde Partie für sich entscheiden konnte.

Glückwunsch an Ralf, der damit seinen neunten Dähnepokal gewinnen konnte! Mit dem Sieg einher geht auch die Qualifikation für das Meisterturnier bei der BEM im Herbst und die Qualifikation für den NSV-Dähnepokal.

Justus Ibe

Justus Ibe – Ralf Schöngart

ACO-Super-Senioren-WM

Vom 15.5.25 – 24.5.25 richtete die Amateur-Chess-Organization (ACO) die Amateur-Weltmeisterschaft der „Super-Senioren“ (Altersklasse 65 +) aus. Gespielt wurde auf der griechischen Insel Kos im 5-Sterne-Hotel Atlantica Belvedere Resort. Neben optimalen Spielbedingungen bietet das Hotel einen hervorragenden All-In-Service, eine Anlage mit mehr als 20 Pools sowie einen tollen Strand. Insgesamt verteilten sich die ca. 70 Teilnehmer aus 14 Nationen – die weiteste Anreise hatten zwei Spieler aus Argentinien! – auf 6 Wertungsgruppen, ich selber trat in der zweithöchsten Gruppe (1901 – 2000 ELO) an. Am Abend vor dem Turnier gab es den traditionellen Sekt-Empfang auf der Terrasse des Hotels.

Leider waren in meiner Gruppe nur 10 Spieler gemeldet, so dass ein Rundenturnier gespielt wurde. Das machte meine Planung, an den beiden Tagen mit Doppelrunde nachmittags ein sog. „Bye“ zu nehmen, zunichte. Die erste Runde verlief sehr unspektakulär. Nach etlichen Abtäuschen endete die Partie gegen einen Gegner mit ELO 1916 bereits nach 23 Zügen Remis. In der zweiten Runde spielte ich gegen einen Belgier mit ELO 1986. In Zeitnot hörte mein Gegner auf, mitzuschreiben. Ich informierte den Schiedsrichter und es passierte – nix! Dadurch ließ ich mich derart aus dem Konzept bringen, dass ich eine eigentlich gute Angriffsstellung mit einem Figureneinsteller verdarb und verlor. Da fragt man sich, wozu ein Schiedsrichter im Saal ist … Kurios war die Nachmittagsrunde: Morgens beim Frühstück sprach mich mein Gegner (ELO 1991) darauf an, dass er eigentlich auch zwei „Byes“ geplant hatte. Also einigten wir uns schon beim Frühstück auf Remis und informierten die Turnierleitung – doch noch ein freier Nachmittag. In Runde 4 verkorkste ich als Schwarzer völlig die Eröffnung. Um überhaupt zu überleben, gab ich einen Bauern, allerdings stand der schon auf d7 und mein König auf d8! Irgendwie schaffte ich es jedoch, ein paar Komplikationen auf’s Brett zu bringen und mein Gegner (ELO 1967) entschied sich vorsichtshalber für eine Stellungswiederholung. Glück gehabt! In der fünften Runde konnte ich meinen ersten Sieg verbuchen. Mein Gegner aus Leherheide (ELO 1945) konnte in beidseitiger Zeitnot einen Bauern gewinnen, übersah dann allerdings im 41. Zug (!) ein Zwischenschach, das ihn einen Turm kostete. Nachmittags stand dann die zweite Doppelrunde auf dem Programm. Mein Gegner aus Tschechien (ELO 1926) konnte durch eine Fesselung einen Springer gewinnen. Um überhaupt noch Gegenspiel zu bekommen, opferte ich noch eine zweite Figur. Allerdings konnte der Weiße alle Drohungen abwehren und sich den ganzen Punkt sichern. Danach gab es einen freien Tag mit der Möglichkeit, an einer geführten Bustour teilzunehmen. Ich entschied mich aber lieber für einen Tag am Strand. In Runde 7 traf ich dann auf den späteren Turniersieger aus Polen (ELO 1926). Diesmal konnte ich als Weißer einen Bauern gewinnen, mein erfahrener Gegner inszenierte jedoch ziemlich starkes Gegenspiel, so dass auch diese Partie mit einer Stellungswiederholung und einer Punkteteilung endete. Die vorletzte Runde spielte ich mit Schwarz gegen den zweiten Belgier (ELO 1922). Hier bekam ich als Schwarzer ein ungewöhnliches Abspiel der Caro-Kann-Abtauschvariante (4. Se5!?) vorgesetzt. Irgendwie musste ich ja Boden gut machen, also entschied ich mich, einen Bauern am Königsflügel zu opfern, um Angriff zu bekommen. Das klappte auch sehr gut. Wie ich jedoch erst nach der Partie feststellte, hatte ich nicht einen, sondern zwei Bauern geopfert – tja, Schach kann schon seltsame Blüten treiben, ist ja aber auch kein Abzählreim 😉 . Trotzdem war mein Angriff erfolgreich und ich konnte einen Turm gewinnen. In der Analyse der Partie mit GM Daniel King bekam ich großes Lob: „Eine sehr lehrreiche Partie“, die es sogar bis in die Endauswahl zur schönsten Partie schaffte! In der letzten Runde wollte ich nochmal unbedingt gewinnen, also lehnte ich als Weißer vier Remisangebote meines Gegners (ELO 1918) ab. In einer komplexen Angriffsstellung mit nur noch zwei Minuten Restbedenkzeit willigte ich dann aber schließlich doch noch ins Remis ein. Damit war das Mindestziel 50 % erreicht und ich beendete das Turnier auf dem 6. Platz.

Die festliche Siegerehrung mit anschließendem Sektempfang fand dann wieder bei strahlendem Sonnenschein unter freiem Himmel auf der Terrasse des Hotels statt. Die ACO ehrt nicht nur die Sieger, sondern auch Teilnehmer mit der 5., 10. oder 15. Teilnahme. Und da es für mich auch bereits die fünfte      Teilnahme an einer ACO-WM war, erhielt ich ebenfalls einen schönen Glaspokal.

Auch wenn es bei Turnierleitung und Schiedsrichter noch deutlich Luft nach oben gibt, war es insgesamt wieder eine schöne Veranstaltung. Dazu beigetragen hat natürlich das bereits sommerliche Wetter bei 25 Grad und Sonnenschein, aber auch die gemütlichen Abende mit Freunden bei leckerem Essen (meine Waage sagt: Leider 😉 ) und dem einen oder anderen erfrischenden Getränk! Einfach eine gelungene Kombination aus Schach und Urlaub.

Ralf Schöngart