Vom 1. Oktober bis 6. Oktober fand in diesem Jahr bereits zum 17. Mal der Cup der Deutschen Einheit (ehemals Deutschland-Cup) in Wernigerode statt. Insgesamt 156 Spieler versammelten sich in der „bunten Stadt am Harz“ um wiederum in 12 Gruppen um Preise und Pokale zu spielen. Durch die kürzlich stattgefundene DWZ-Anpassung mussten natürlich auch die Wertungsgruppen angepasst werden. Bisher waren es 100 DWZ-Punkte pro Gruppe, in diesem Jahr 63 DWZ-Punkte. Aber so wurde gewährleistet, dass alle in der ursprünglich vorgesehenen Gruppe antreten konnten. Man kann gespannt sein, wie die Gruppeneinteilung im nächsten Jahr aussieht.
Ich spielte in Gruppe 2 (DWZ 1976 – DWZ 2043). Da allerdings die Gruppe 1 (DWZ 1944 – DWZ 2103) nur aus 4 Spielern bestand, wurden diese beiden Gruppen zusammengelegt, aber am Ende natürlich getrennt gewertet. In der ersten Runde traf ich wiederum auf den Vertreter des Blinden-Schachverbandes (und späteren Turniersiegers! – DWZ 2016). Leider gab es mit seiner Spezialuhr bei der Zeitkontrolle ein technisches Problem, das auch die Schiedsrichter nicht lösen konnten. In schlechterer Stellung hatte ich keine Lust auf endlose Diskussionen und gab die Partie auf. Mein zweiter Gegner hatte eine DWZ von 2019. Es entstand eine schwierige Stellung, nach 84 Zügen musste ich mich aber geschlagen geben. Null aus zwei, kein optimaler Start. In der 3. Runde traf ich auf den Turniersieger von 2024 (DWZ 1992). Hier konnte ich von Beginn an Vorteil verzeichnen, bis nach 26 Zügen folgende Stellung erreicht war:
Hier konnte ich das schwarze Leiden durch den hübschen Zug 27. b8=D beenden. Als nächstes wartete dann ein aufstrebendes Jungtalent (DWZ 2007) auf mich. Dieser ging mit der Einstellung ans Brett, den Opa werde ich schnell zusammenschieben. Als Opa sich jedoch wehrte und nach 19 Zügen eine Figur gewinnen konnte, blieb ihm nach 23 Zügen nur die Aufgabe. Tja, so kann’s gehen … An diesem Sonntag war die einzige Doppelrunde angesetzt, also nahm ich mir für den Nachmittag das inzwischen obligatorische Bye. In Runde 6 traf ich dann auf den zweiten Youngster (DWZ 2007). Nach der Erfahrung von seinem Kumpel nahm dieser die Partie ernst. Nach verkorkster Eröffnung entschied ich mich in hochgradiger Zeitnot dafür, eine Qualität zu opfern und ein Endspiel mit Turm Läufer gegen das Läuferpaar mit jeweils 5 Bauern zu erreichen. Das technisch schwierige Endspiel behandelte mein Gegner aber sehr gut und konnte nach 101 Zügen(!) den Punkt für sich verbuchen. In der letzten Runde gegen die Nummer Zwei der Setzliste (DWZ 2085) erwischte mich dann ein Blackout: In klar gewonnener Stellung rechnete ich eine Abwicklung durch, begann aber fatalerweise mit dem zweiten Zug, was mich einzügig einen Läufer und damit auch die Partie kostete. Ärgerlich. Mit 2,5 Punkten landete ich auf Platz 8 in meiner Gruppe. Naja, immerhin noch einen Platz besser als mein Ranglisten-Startplatz. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Und auch dieses Jahr waren die SFB wieder zu Zweit am Start. In Gruppe 12 (bis DWZ 1399) gelang Sigrun Naumann mit 3 aus 3 ein fantastischer Start. Leider folgten dann einige (unnötige) Niederlagen, teilweise auch durch unschöne Begleitumstände. Am Ende erzielte Sigrun mit 3,5 Punkten ein 50 % – Ergebnis, was zu Platz 7 reichte.
Insgesamt waren es wieder ein paar sehr schöne Tage, wozu auch das tolle, spätsommerliche Wetter beitrug: Im Oktober bei 25 Grad auf dem Hexentanzplatz gab’s für uns noch nie. Und natürlich auch wiederum unsere gemütlichen Runden mit der „Deutschland-Connection“ – passend zum Turnier – mit leckerem Essen und Getränken bei bester Stimmung!
Fazit: Der Cup der Deutschen Einheit in Wernigerode ist eine Reise wert!
Ralf Schöngart
