Trauer um Hans-Werner Krawinkel

Mit großer Trauer haben wir erfahren, dass unser Vereinsmitglied Hans-Werner Krawinkel am 4. November 2023 im Alter von 96 Jahren verstorben ist.

Hans-Werner war bereits in den 1960’iger Jahren in Buxtehude schachlich aktiv, so gewann er damals z.B. den Titel des Buxtehuder Stadtmeisters. Durch seine berufliche Tätigkeit im Verteidigungsministerium verschlug es ihn lange Jahre nach Bonn. Nach seiner Pensionierung kehrte er nach Buxtehude zurück und konnte endlich wieder seiner großen Leidenschaft Schach nachgehen. Seit dem Jahr 2000 war Hans-Werner Mitglied bei den Schachfreunden Buxtehude. Er engagierte sich stets zuverlässig bei den vereinsinternen Turnieren, aber auch bei den Mannschaftskämpfen war immer auf ihn Verlass. Sein korrektes Auftreten, seine verbindliche und freundliche Art auch bei Konflikten kann man am besten mit dem Begriff „Gentleman“ beschreiben. Durch diese Art genoss er auch in Schachkreisen weit über Buxtehude hinaus großes Ansehen. Aus Anlass seines 90. Geburtstages wurde Hans-Werner Krawinkel als erstes und bisher einziges Vereinsmitglied zum Ehrenmitglied der Schachfreunde Buxtehude ernannt.

Am Schachbrett war er ein Kämpfer, auch in scheinbar aussichtslosen Positionen versuchte er alles. Sein Lieblingssatz lautete: „Es wäre schöner, wenn es schöner wäre“. Leider konnte er aus gesundheitlichen Gründen in den letzten Jahren nicht mehr aktiv am Spielgeschehen teilnehmen. Aber auch beim Umgang mit seiner Krankheit kam aufgeben für ihn nicht in Frage. Jetzt hat er allerdings diesen letzten Kampf verloren. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Töchtern.

Wir verlieren mit Hans-Werner Krawinkel einen wirklichen Schachfreund, der dem königlichen Spiel sein ganzes Leben treu geblieben ist. Die Schachfreunde Buxtehude werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

So werden wir Hans-Werner in Erinnerung behalten.

Für die Schachfreunde Buxtehude

Ralf Schöngart

Pokal-Coup knapp verpasst

Am Sonntag, 5.11.23, fand in Barsinghausen die Finalrunde um den NSV-Mannschaftspokal der Senioren (Ü 60) statt. Es wurde aber nicht nur das Finale ausgetragen, sondern auch die anderen Platzierungen wurden in einer sog. Trostrunde ausgespielt. Gleich bei unserer ersten Teilnahme an diesem Wettbewerb haben wir es bis ins Finale geschafft. Und in diesem Finale trafen wir auf Fortuna Logabirum. Was sich wie ein Ort aus den Asterix-Heften anhört, ist in Wirklichkeit ein Stadtteil der Stadt Leer in Ostfriesland. Wir gingen als klarer Außenseiter in diesen Kampf, waren wir doch an allen Brettern bei den DWZ unterlegen – teilweise mit mehr als 300 Punkten! 

Es begann mit einem Remis von Bernd Skalmowski an Brett 2. Bernd spielte gewohnt sicher und erstickte mit Schwarz alle Angriffsbemühungen seines Gegners (DWZ 1945) im Keim. Schließlich entstand ein Endspiel mit ungleichen Läufern bei gleicher Bauernzahl, die Punkteteilung war unausweichlich. An Brett 3 sprang Hans-Peter Tödter für den berufsbedingt fehlenden Volker Harms ein. Seine Gegnerin war die NSV-Schatzmeisterin (DWZ 1759). In einer unorthodox behandelten schottischen Partie büßte Hans-Peter in der Eröffnung einen Bauern ein und konnte trotz großen Kampfes diesen Nachteil nicht mehr ausgleichen. Die ostfriesische Mannschaftsführerin verwertete den Mehrbauern souverän im Endspiel – 0,5 : 1,5. Dann jedoch der Ausgleich! Peter Rußi hat keine Angst vor großen Zahlen: Im Damengambit schnürte er an Brett 4 mit Weiß seinen Gegner (DWZ 1700) mehr und mehr ein. Seinen Angriff krönte er mit einem sehenswerten Springereinschlag auf h6, wonach sein Gegenüber die Partie verloren gab – 1,5 : 1,5!

Peter Rußi kurz vor dem entscheidenden Springereinschlag!

Es musste also die Partie an Brett 1 entscheiden. Hier traf Ralf Schöngart mit Weiß auf einen langjährigen Zweit- und Oberligaspieler (DWZ 2056). Ralf wählte die englische Eröffnung, um die Leib- und Magenvarianten seines Gegners zu vermeiden. Der Lohn war ein Bauerngewinn, allerdings auf Kosten eines etwas ins Abseits geratenen Springers. Dieser Springer fand auch keinen Weg mehr in die Freiheit, der Buxtehuder schaffte es jedoch, ein Endspiel Turm – Läufer – 4 Bauern gegen Turm und 6 Bauern zu erreichen. Durch druckvolles Spiel konnte der Leeraner Spitzenspieler jedoch nach und nach die Bauern einsammeln, bis schließlich nur Turm, Läufer und 1 Bauer gegen Turm und 1 Bauer auf dem Brett war. Dann übersah der ostfriesische Spieler jedoch eine kleine taktische Finte, die ihn seinen letzten Bauern kostete, woraufhin er nach 4 Stunden Spielzeit sofort Remis anbot. Damit war der Endstand von 2 : 2 erreicht. Allerdings sprach dieses Mal die Berliner Wertung knapp gegen uns, so dass wir mit Platz zwei zufrieden sein mussten. Aber so einen großartigen Kampf hätten uns vor dem Wettkampf wohl nur die wenigsten zugetraut. Trotzdem gehen unsere herzlichen Glückwünsche zum Pokalsieg an die Spieler*innen von Fortuna Logabirum! 

Das gesamte Turnier fand in sehr freundschaftlicher und familiärer Atmosphäre statt. So brachten beispielsweise zur Finalrunde alle Mannschaften einen Kuchen mit! Uns hat es als Newcomer in diesem Wettbewerb sehr viel Spaß gemacht und wir werden sicherlich im nächsten Jahr wieder dabei sein!

Ralf Schöngart

vlnr: Bernd Skalmowski, Ralf Schöngart, Peter Rußi, Hans-Peter Tödter. Es fehlt Volker Harms.

Saisonstart

Heute startete die neue Saison der Mannschaftsmeisterschaft. Dabei kam es in der Bezirksoberliga gleich zum Derby Jorker SV I gegen SF Buxtehude I. Beide Mannschaften konnten nicht in bester Besetzung antreten. Die Heimmannschaft aus Jork konnte sogar nur  sieben Spieler aufbieten, so dass wir schon vor dem 1. Zug mit 1 : 0 in Führung lagen. Das 2 : 0 ließ aber nicht lange auf sich warten: Justus Ibe konnte an Brett 8 in einem Vier-Springer-Spiel schnell die gegnerische Dame gewinnen und siegte souverän. Nach nur einer Stunde dann schon das 3 : 0 durch Stefan Klein an Brett 5. Nach dem relativ selten gespielten Schottischen Gambit gewann Stefan sehr überzeugend und sehenswert im Königsangriff. Nachdem es auch auf den anderen Brettern vorteilhaft für Buxtehude aussah, nahm Ralf Schöngart an Brett 1 das Remis-Angebot des Jorker Spitzenspielers an. Nur kurz danach konnte Stefan Lehmkuhl an Brett 4 den Mannschaftssieg sichern. Nach der Trompowsky-Eröffnung nutzte Stefan die schlechte Entwicklung der schwarzen Figuren durch ein Diagonal-Schach der Dame zu einem Turmgewinn. Der Rest war, wie es so schön heißt, nur noch eine Frage der Technik. An Brett 4 sah sich Torsten Damm mit dem z.Zt. so beliebten Londoner-System konfrontiert. Torsten konnte durch verschiedene Fesselungen in der Eröffnung zwei Bauern erobern und verwertete diesen Vorteil sicher im Endspiel. 5,5 : 0,5! Dann sogar der nächste Sieg: Martin Winkelmann wählte als Schwarzer an Brett 6 einen offensiven Aufbau gegen die englische Eröffnung. Sein Gegner kam mit diesem Aufbau nicht zurecht, büßte einen Bauern ein und kam nie zu einem echten Gegenspiel. Im Springerendspiel konnte er weiteren Bauernverlust nicht vermeiden, nach drei Stunden Spielzeit stand es 6,5 : 0,5 für die Schachfreunde! Die längste Partie lieferte – mal wieder – Frank Schildt an Brett 2.  Frank musste gegen seine eigene Lieblingseröffnung (englisch) mit Schwarz spielen. Auch hier konnte ein Bauerngewinn verbucht werden. Frank fand dann aber im Mittelspiel nicht die beste Fortsetzung und die zähe Verteidigung des Jorker Spielers wurde nach 4 Stunden mit einem Remis belohnt. Damit stand das Endergebnis von 7 : 1 für Buxtehude fest. So kann man mal in die Saison starten!

Die zweite Mannschaft der SF Buxtehude musste bei ihrem Debüt in der Bezirksklasse bei der zweiten Vertretung des SC Sottrum antreten. Den ersten Punkt schaffte Curd-Liam Hiersche an Brett 3. Nach einem Schwerfiguren-Angriff im Zentrum konnte er eine Figur erobern, woraufhin sein Gegner aufgab. Es folgte ein Remis von Volker Harms an Brett 5 gegen einen schwer einzuschätzenden Nachwuchsspieler von Sottrum. Den Ausgleich musste Tim Pape an Brett 4 zulassen, es wurde nochmal spannend. Die erneute Führung stellte Malte Witz an Brett 6 her: In einem Endspiel mit zwei Türmen gegen die Dame bei noch einigen Bauern auf dem Brett übersah der Spieler der Heimmannschaft den Damenverlust und musste aufgeben – 2,5 : 1,5. Den Mannschaftssieg unter Dach und Fach brachte dann der SFB-Mannschaftsführer Hans-Peter Tödter an Brett 2. Die Partie wogte hin und her, mal war die eine Seite im Vorteil, mal die andere. Im Endspiel konnte der Buxtehuder dann jedoch eine Figur gewinnen und den vollen Punkt für sich verbuchen – 3,5 : 1,5. Die letzte Partie des Tages spielte Thomas Höhle an Brett 1. Nach der englischen Eröffnung gewann Thomas eine Figur, sein Gegner spielte aber weiter, bis er mitten auf dem Brett mattgesetzt wurde! Mit dem 4,5 : 1,5 Sieg gelang der zweiten SFB-Vertretung ein guter Start in die Bezirksklasse.

Ergebnis SFB III – SNE II: 1 – 3

Die neu aufgestellte 3. Mannschaft der Schachfreunde Buxtehude hat bei ihrem Debüt ein wichtiges Ziel erreicht. Neben zwei „alten“ Hasen konnten zwei Nachwuchsspieler aus der Jugend eingesetzt werden, um Turniererfahrung zu sammeln.

Bjarne Walter hat bei seinem ersten Einsatz mit dem Königsbauern eröffnet und sich schnell in unübersichtliche Stellungen verwickeln lassen. Leider ist dabei Material verloren gegangen und er musste bald mit einer Figur weniger spielen. Er konnte seinen König noch eine Weile verteidigen, musste dann aber dem wesentlich erfahreneren Gegner zum Sieg gratulieren.

Maximilian Hinsch, ebenfalls ein Debütant, hat sich mit der Spanischen Eröffnung versucht und in einer ausgeglichenen Stellung gezielt die F-Linie mit Turm und Dame besetzt und den Bauern auf F7 attackiert. In einer guten Position hat sich Max in komplexe taktische Abwicklungen eingelassen und dabei durch eine Unachtsamkeit seine Dame verloren. Nach einigen Zügen musste er dann die Partie aufgeben.

Peter Rußi hat, wie üblich, mit dem d-Bauern eröffnet, um möglichst in das bekannte Fahrwasser des Damengambit zu gelangen. Der erfahrene Gegner hat sich allerdings nicht sehr kooperativ verhalten und eine seltene Variante gewählt und mit e6 und nach c4 mit c5 geantwortet. Schnell ist dann durch eine fehlerhafte Behandlung der zentrale d-Bauer verloren gegangen. Damit kontrollierte Schwarz das Zentrum und erreichte eine überlegene Stellung. Im weiteren Verlauf gelang es ihm, seine Vorteile auszubauen. Als schließlich ein Figurenverlust drohte, blieb angesichts der deutlichen Überlegenheit nur noch die Aufgabe.

Martin Neumann hat für die Eröffnung das Vierspringerspiel gewählt. Nach schwierigen Positionskämpfen konnte er die offene E-Linie besetzen. Im weiteren Verlaufe der Partie hat er nach Damentausch zwei Mehrbauern erkämpft und die 2. Reihe mit seinen Türmen besetzen können. Nachdem er ein Remisangebot abgelehnt hat und nach ausdauerndem Kampf auf dem Damenflügel sich einen Freibauern sichern konnte, hat der Gegner schließlich aufgegeben.

Mit diesem Sieg hat Martin der 3. Mannschaft den einzigen Zähler gerettet. Aber für diese Mannschaft zählt nicht nur der Sieg. Genauso wichtig ist der Einsatz der Jugendlichen und damit das Sammeln von Erfahrung für die nächsten Aufgaben.

Peter Rußi, Buxtehude, 08.10.2023

SFB III – SNE II

Maximilian Hinsch, Martin Neumann

Ralf Schöngart

 

 

Cup der Deutschen Einheit

Vom 29. September bis 5. Oktober 2023 fand in Wernigerode im Harz der „Cup der Deutschen Einheit“ (ehemals Deutschland-Cup) statt. Insgesamt 193 Spieler in 12 DWZ-Gruppen kämpften um die beliebten Pokale aus Dresdener Porzellan, um Sachpreise oder wollten einfach nur Schach spielen und nette Leute treffen. Ich selbst spielte in der zusammen gelegten Gruppe 1 + 2 (DWZ 1900 – 2100). In der ersten Runde spielte ich gegen die Nummer zwei des Turniers (DWZ 2038). Ich konnte meinen Gegner mit Schwarz komplett überspielen und hatte schlicht zwei Bauern mehr. Anstatt dann jedoch in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln, stellte ich erst eine Figur und dann auch die Partie ein. Das war wirklich ärgerlich! Die zweite Runde konnte ich mit Weiß gegen einen Gegner mit DWZ 1938 gewinnen. In Runde drei spielte ich gegen Frank Schellmann, einen Spitzenspieler (DWZ 1962) des Deutschen Blindenschachverbandes. Gegen sehbehinderte Spieler ist es für mich immer eine besondere Herausforderung, weil man sich doppelt konzentrieren muss, schließlich muss man die Züge beider Spieler auf dem Brett ausführen. In dieser Partie gelang mir aber eine sehr konzentrierte Leistung und ich konnte mit Schwarz einen schönen Königsangriff mit einem Turmgewinn beenden. In Runde 4 saß mir ein ehemaliger Bundesligaspieler gegenüber. Aktuell hat er zwar „nur noch“ eine DWZ von 2006, in seinen besten Zeiten lag er jedoch deutlich über 2300. An dem Tag spielte ich jedoch nicht Schach, sondern machte einfach nur Züge – also war die Null keine Überraschung. Runde fünf spielte ich gegen den Setzranglisten-Letzten (DWZ 1913). Ich erreichte mit Weiß eine vorteilhafte Stellung, musste dafür allerdings viel Zeit investieren. Mit nur noch 7 Minuten für 20 Züge nahm ich deshalb das Remisangebot meines Gegners an. Mein Gegner der vorletzten Runde (DWZ 1992) war extrem verbissen, schließlich standen aus unseren vorherigen Begegnungen zwei Nullen in seiner Bilanz. Durch einen fehlerhaften Abtausch von Leichtfiguren machte ich aus meiner aktiven Stellung eine passive und konnte schließlich das Eindringen des schwarzen Läufers und damit verbundenen Bauernverlust nicht mehr vermeiden. In der letzten Runde musste ich gegen einen guten Bekannten (DWZ 2021) antreten. Ich stand die ganze Partie über unter Druck, konnte aber alle Angriffe abwehren und schließlich durch ein Schein-Opfer sogar einen Bauern gewinnen. In einem hochdramatischen Zeitnot-Gefecht konnte ich mit nur noch 40 Sekunden auf der Uhr nicht mehr alle gegnerischen Damenschachs berechnen und musste mich nach einem Turmverlust geschlagen geben. Mit enttäuschenden 2,5 Punkten aus 7 Runden landete ich am Ende auf Platz 11 der Gruppe. Die SF Buxtehude waren aber wiederum zu Zweit am Start: Sigrun Naumann startete in Gruppe 12 (bis DWZ 1000). Als Spielerin mit wenig Turniererfahrung war sie mit ihren erzielten zwei Punkten durchaus zufrieden, obwohl in der einen oder anderen Partie evtl. sogar noch mehr möglich gewesen wäre.

Aber beim „Cup der Deutschen Einheit“ geht es nicht nur um Schach, sondern auch um das Drumherum. So machten wir z.B. einen Ausflug nach Bad Harzburg, besuchten das Luftfahrt-Museum oder probierten frischen Baumkuchen im berühmten Baumkuchen-Haus. Als Höhepunkt gab es schließlich eine Besichtigung mit Führung und anschließender Brotzeit (bei „Bier satt“) in der Hasseröder-Brauerei. Abends hatten wir immer eine nette Runde mit Freunden quer durch Deutschland, von Koblenz über Leipzig bis nach Brandenburg- also tatsächlich ein Deutschland-Cup-Club! Und ich konnte mich sogar über ein kleines Geschenk freuen: Für meine 10. Teilnahme bei diesem Turnier erhielt ich vom Veranstalter eine kleine Brocken-Hexe. 

Wer mal ein entspanntes Urlaubsturnier mit Top-Organisation und tollen Spielbedingungen erleben möchte, sollte sich den Termin 30.9.24 – 6.10.24 vormerken: Dann findet in Wernigerode der „15. Cup der Deutschen Einheit“ statt!

Ralf Schöngart

Passantenschach

Nach vierjähriger Zwangspause konnten wir am Samstag, den 26.8.23, endlich mal wieder unser beliebtes Passantenschach durchführen. Direkt auf dem Rathausplatz und mittendrin im Wochenmarkt luden wir alle Interessierten zum Schachspiel ein – egal, ob auf dem großen Gartenschach oder an „normalen“ Brettern. Und auch Petrus hat ein Herz für Schachspieler, denn es blieb die ganze Zeit trocken und sogar die Sonne schaute zwischendurch mal vorbei. Viele Besucher der Fußgängerzone blieben stehen, um das Treiben zu beobachten oder sich selbst auch mal zu versuchen. Es macht immer wieder Spaß, zu zeigen, dass Schach nicht nur hinter verschlossenen Türen gespielt wird!

Einige Impressionen der Veranstaltung findet man hier.

Ralf Schöngart

Zwei Buxtehuder zu Gast in Bad Pyrmont

Kurz vor dem Ende der niedersächsischen Sommerferien fand in Bad Pyrmont das 2.Kurt-Pape-Open statt, ausgetragen von meinem ehemaligen Verein, dem Hamelner SV. Neben mir spiele auch Justus mit, beide nahmen wir im B-Open (bis 1900 DWZ/ELO) teil.

In der ersten Runde durfte ich bereits gegen einen ehemaligen Schachkameraden aus Hameln antreten. Er spielte zurückhaltend, so dass mir nur der Angriff übrigblieb und ich mit einem vollen Punkt in das Turnier startete.

In der zweiten Runde ging es wieder gegen einen Hamelner, diesmal sogar gegen meinen ehemaligen Mannschaftsführer. Man einigte sich schnell auf ein Remis und so hatte ich Zeit bei schönstem Wetter Bad Pyrmont zu erkunden.

In der dritten Runde folgte auch ein Remis, das allerdings hart umkämpft war, wobei die Partie sehr interessant war und fünf Stunden lang ein Hin und Her bot. Zwischenstand nach den ersten beiden Tagen: 2 aus 3, noch ungeschlagen.

In der vierten Runde spielte mein Gegner ein Gambit welches ich annahm… Fast 30 Züge lang griff mein Gegner meine Stellung an und ich musste mich sehr genau verteidigen, um nicht unterzugehen. Als der Angriff langsam zum Erliegen kam, opferte mein Gegner einen Turm, um im Angriff zu bleiben, aber auch das konnte ich verteidigen und gewann schließlich durch mein Mehrmaterial. In der Nachmittagsrunde konnte ich in einer umkämpften und spannenden Partie auch gewinnen.

Zwischenstand vor dem letzten Tag: 4 aus 5, immer noch ungeschlagen!

In der ersten Runde des letzten Tages hieß es dann: Spitzenbrett gegen den alleinigen Tabellenführer. Mein Gegner wollte seinen ersten Platz behalten und so opferte er früh einen Läufer um Druck auf meine Stellung auszuüben. Ich entschloss mich für eine aktive und aggressive Verteidigung und stellte ihn somit immer wieder vor Probleme. Er gewann die Leichtfigur irgendwann wieder, konnte aber nicht verhindern, dass ich in ein ausgeglichenes Turmendspiel einlenke – Remis!

Vor der letzten Runde war mir klar: Gut gespielt, aber eine schlechte Zweitwertung… Ich wußte, dass ich nicht mehr unter die ersten fünf und somit in die Preisränge kommen kann. Nach einigen Abtäuschen bot ich dann schnell Remis an, welches mein Gegner auch annahm.

Bilanz: 3 Siege, 4 Remis, ungeschlagen, am Ende Platz 8 von 74 mit 5 aus 7 Punkten. Mit diesem tollen Ergebnis hätte ich vor Beginn des Turniers nicht gerechnet!

Es war ein sehr schönes Turnier, super organisiert und nächstes Jahr bin ich auch wieder dabei!

Ein Bericht mit Fotos und weiteren Links ist hier zu finden.

Geschrieben von Rafael Krain

Und hier noch das Turnier aus der Sicht von Justus:

In der ersten Runde hatte ich es mit dem späteren Turnierzweiten zu tun, erkämpfte mir mit Weiß in der Skandinavischen Partie eine ausgeglichene Stellung, tauschte jedoch an einer Stelle falsch ab und gelangte dadurch in einen starken Gegenangriff und nach wenigen Zügen war das Matt unausweichlich.

In der zweiten Runde spielte ich gegen einen ungewerteten Spieler mit Schwarz russisch und konnte diese Partie nach etwa vier Stunden für mich entscheiden.

Am Nachmittag war ich dann aus DWZ-Sicht klarer Underdog und verlor meine Partie im abgelehnten Damengambit mit schwarz auch dementsprechend eindeutig.

Die vierte Runde würde ich als meinen persönlichen Tiefpunkt des Turniers bezeichnen. Ich bekam es mit Weiß mit einem 1200-er Spieler aus Uelzen zu tun, ließ mich zu zu schnellem Spiel verleiten, stellte eine Qualität ein und gab wenige Züge später nach weiteren Bauernverlusten und dem Damentausch auf. In der Nachmittagsrunde spielte ich gegen einen äußerst sympathischen Pinneberger, konnte früh einen Bauern gewinnen und die Partie im 60.Zug durch Matt für mich entscheiden.

Zwischenstand vor dem letzten Tag: 2 Siege, 3 Niederlagen; könnte besser laufen.

In der ersten Runde des letzten Tages bekam ich es, wie auch am Vortag, mit einem Uelzener zu tun mit knapp über 1300DWZ. In der Partie probierte ich mal was neues und spielte die Englische Partie mit weiß, kam gut aus der Eröffnung raus und konnte im 21.Zug seinen Springer gewinnen, woraufhin mein Gegner aufgab.

In der Schlussrunde spielte ich gegen einen 1600er mit Schwarz russisch. Wir tauschten Schnell alles bis auf beide Türme, eine Leichtfigur und ein paar Bauern ab und erreichten schnell eine sehr ausgeglichene Stellung bis mir ein Rechenfehler unterlief, wodurch ich einen Bauern verlor und auf vier isolierten Bauern, zwei Türmen und einer schrecklichen Stellung sitzen. Nach wenigen weiteren Zügen kapitulierte ich.

Bilanz: 3 Siege, 4 Niederlagen; Am Ende Platz 53 für mich; also in etwa meine Setzlistenplatzierung. Bis auf den Ausrutscher in der vierten Runde lief es aus ergebnistechnischer Sicht ganz zufriedenstellend für mich. Auch mir hat das Turnier super gefallen und wenn ich nächstes Jahr wieder Zeit habe, werde ich auf alle Fälle wieder mitspielen!

geschrieben von Justus Ibe

SFB-Senioren stehen im Pokalfinale

Am 6.8. fand in Hameln die vorgezogene zweite Runde des NSV-Senioren-Mannschaftspokals statt. Dabei mussten wir gegen die zweite Mannschaft des Hamelner SV antreten, die, anders als in der ersten Runde, eine sehr starke Mannschaft aufbieten konnten. An Brett 2 spielte der Gegner von Bernd Skalmowski nach einer eher unorthodoxen Eröffnung mit Weiß voll auf Angriff und opferte für eine offene Königsstellung eine Figur. Bernd konnte „seinen Laden“ jedoch zusammen halten, behielt die Mehrfigur und brachte schließlich auch noch einen Bauern zur Dame durch – 1 : 0. Volker Harms sah sich an Brett 3 mit der Bird-Eröffnung konfrontiert. Volker konnte alle Angriffe abwehren und erreichte ein ausgeglichenes Turmendspiel. Leider unterlief ihm dann eine kleine positionelle Ungenauigkeit, die zuerst einen Bauern und dann auch die Partie kostete – 1 : 1. An Brett 4 spielte Peter Rußi mit Weiß Damengambit. Durch einen falschen Abtausch büßte er einen Bauern ein, kämpfte aber unverdrossen weiter. Nach etlichen Abtausch-Aktionen entstand ein Endspiel mit Damen und gleichfarbigen Läufern. Peter schaffte es, den gegnerischen König ins Freie zu locken und dort ein Dauerschach zu erzwingen. Evtl. wäre hier sogar noch mehr möglich gewesen, aber das Remis war gut für die Mannschaft – 1,5 : 1,5. Als Letzter spielte Ralf Schöngart an Brett 1. Beim Sämisch-Aufbau gegen Königsindisch konnte Schwarz die Stellung geschlossen halten und sogar einen eigenen Angriff initiieren. Die Verteidigung hielt aber stand und nachdem das Remis an Brett 4 feststand, bot Ralf in ausgeglichener Stellung Remis an. Der Gegner sah für sich keine Gewinnmöglichkeit mehr und nahm an – 2 : 2. Da es sich um ein Pokalspiel gehandelt hat, musste also die sog. „Berliner Wertung“ entscheiden. Und hier hatten wir durch den Sieg an Brett 2 die Nase vorn und stehen somit bei unserer ersten Teilnahme in diesem Wettbewerb gleich im Finale. Dieses Finale findet am 5.11. in Barsinghausen statt.

Ralf Schöngart

Schöngart – Brunotte

 

Skalmowski – Albert

 

Harms – Backert

 

Rußi – Zweck

35. Offene Buxtehuder Stadtmeisterschaft

Schachspektakel im Schützenverein

Wo sonst die Bogenschützinnen und -schützen des Schützenvereins Altkloster Pfeile auf ihre Zielscheiben schießen, saßen sich am 1.Juli 2023 Schachspieler zum königlichen Spiel gegenüber. Die Schachfreunde Buxtehude e.V. hatten zur 35. Offenen Buxtehuder Stadtmeisterschaft eingeladen, und sie setzten damit eine langjährige Tradition fort. Das Turnier bildet den Höhepunkt des Buxtehuder Schachjahres. Für die Veranstaltung stellte der Schützenverein Altkloster freundlicherweise wieder die großzügigen Räumlichkeiten seiner Schießsportanlage zur Verfügung. 42 Schachfreunde aus der weiteren Umgebung von Lüneburg bis Stade und von Pinneberg bis Uelzen nahmen teil, viele zum wiederholten Mal.

Der besondere Reiz liegt darin, dass sich in diesem Turnier nicht nur Vereinsspieler – diesmal 28 aus 12 verschiedenen Vereinen –, sondern auch 14 Hobbyspieler am Kampf auf den 64 Feldern betätigen konnten. Im Teilnehmerfeld: Drei Damen und sechs Jugendliche.

Das Turnier wurde im Schnellschach-Modus ausgetragen. Dabei hat jeder Spieler pro Partie 20 Minuten zur Verfügung. Insgesamt wurden neun Runden nach dem sogenannten Schweizer System ausgetragen. So trifft jeder Spieler immer auf etwa gleichstarke Gegner, und der Turnierverlauf garantiert Spannung.

Zwischen den Runden und in der Mittagspause konnten sich die Kämpfer mit kleinen Speisen, Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken stärken. Susanne Drews als guter Geist in der Cafeteria hatte reichlich zu tun.

Etwa zur ‚Halbzeit‘ nach fünf Runden führte Jürgen de Voogt vom TV Fischbek Süderelbe die Tabelle mit 5 Punkten an, gefolgt von einer 5er Gruppe mit 4,5 und 4 Punkten, darunter auch die beiden Buxtehuder Ralf Schöngart und Stefan Klein. Die weiteren Runden gestalteten sich besonders spannend. Als es schon nach einem Durchmarsch des Fischbeker Matadors aussah, konnte sein Vereinskamerad Jakob Kneip ihn in der 8.Runde schlagen. Damit hatten beide 7 Punkte erzielt, und alles war wieder offen. Lars Buck vom Stader SV brachte sich mit einem starken Finish (5 Siege in den letzten 5 Partien) in die Spitze und landete am Ende mit 7,5 Punkten auf dem 2.Platz. De Voogt – 2022 noch Vizemeister – sicherte sich mit einem Sieg in der letzten Runde den diesjährigen Titel mit 8 Punkten. Er profitierte von Bucks Sieg gegen Kneip, der am Ende den 3.Platz belegte. Sehr erfreulich aus Buxtehuder Sicht war der 4.Platz von Stefan Klein mit 6,5 Punkten nach zwei fein herausgespielten Siegen in den Schlussrunden.

Die Preisträger bei den Hobbyspielern waren Jörg Petershagen aus Buchholz mit 5 Punkten vor Lasse Schodra (Pinneberg) und Jens Prymelski (Buxtehude) mit 4,5 bzw. 4 Punkten. Als bester Jugendspieler zeichnete sich Richard Bürgener (Bad Bevensen) mit 4,5 Punkten aus. Die teilnehmenden „lebenden Damen“ erhielten jeweils ein „Merci“ als Dankeschön. Der Trostpreis in Form einer Schachtel Toffifee ging dieses Jahr an Wolfgang Meyer, über den unter allen Nicht-Preisträgern verlosten Lottoschein konnte sich Hans-Jürgen Mencke freuen.

Der Vorsitzende der SFB, Ralf Schöngart, hob bei der Siegerehrung hervor, dass die gesamte Veranstaltung in sportlich-freundschaftlichem Geist ohne Reklamationen ausgetragen wurde. Von den Teilnehmern wurden besonders die Räume des Schützenvereins Altkloster gelobt, die hervorragende Spielbedingungen in einer angenehmen Atmosphäre boten.

Fazit: Die 35.Offene Stadtmeisterschaft war ein voller Erfolg und bot Spannung bis zur letzten Runde. Die Schachfreunde Buxtehude wollen die Serie der offenen Stadtmeisterschaften auch 2024 fortsetzen.

Hans-Peter Tödter

Fakten:

42 Teilnehmer

12 Vereine

14 Hobbyspieler

6 Jugendliche

3 Frauen

Endstand

Gleich geht’s los.

 

Der Turniersaal.

 

Erfahrung trifft auf Jugend.

 

Partie-Analyse.

 

Fernschach-Freunde.

 

Bettina Schodra, ehemalige Spielerin in der Frauen-Bundesliga.

 

Der Fotograf bei der Arbeit.

 

Der Meister gegen den Turnierleiter.

 

Susanne Drews sorgte fürs leibliche Wohl.

 

Es geht um die Tabellenführung.

 

Letzte Runde Kampf um Platz 2.

 

Belohnung für ein starkes Finish: Platz 4 an Stefan Klein.

 

Preise – Preise – Preise

 

„Merci“ an die Damen.

 

Jugendpreis.

 

Meister der Hobbyspieler: Jörg Petershagen.

 

Platz 3 an Jakob Kneip.

 

Vize-Meister Lars Buck.

 

Der neue Stadtmeister Jürgen de Voogt.

 

Sind das die richtigen Zahlen? Lottoschein für Hans-Jürgen Mencke.