Das Sommerturnier ist vorbei

Die hochsommerlichen Temperaturen haben auch ihre Kehrseite, denn bei der extremen Hitze hatten nur wenige Leute Lust auf lange Schachpartien. So war unser Sommerturnier dieses Jahr leider nur mäßig besucht. An einigen Abenden fanden lediglich ein oder zwei Spiele statt, aber immerhin fanden sich genügend Leute zusammen, alle sechs Runden stattfinden lassen.

Auf  den ersten Platz kam Ralf Schöngart, der sich nur gegen Bernd Skalmowski mit einem Remis zufrieden geben musste. Mit insgesamt 10 Punkten (für einen Sieg gibt es drei Punkte, für ein Unentschieden einen) lag er am Ende knapp vor Stefan Klein (9 Punkte) und Bernd Skalmowski mit 8 Punkten.

Insgesamt nahmen dieses Jahr 10 Spieler teil, darunter zwei Gäste aus anderen Vereinen. Die Ergebnisse aus allen sechs Spieltagen gibt es hier.

Ralf Schöngart ist Deutscher Meister

Vom 31. Mai bis zum 2. Juni 2018 fand in diesem Jahr das Finale der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) in Leipzig statt. 315 Spieler, die sich in einem der sieben Vorturniere qualifiziert hatten, traten in sieben Gruppen an, um ihre jeweiligen Deutschen Meister zu ermitteln. Ich selber spielte wiederum in Gruppe B (ELO/DWZ 1900 – 2100). Nachdem mich direkt vor dem Turnier eine heftige Grippe erwischt hatte, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt würde antreten können. Aber wenn man sich schon mal für ein Finale qualifiziert …

In der ersten Runde spielte ich mit Weiß gegen Alexander Ziegler (SF 90 Spraitbach). Nach einer Nimzo-Indischen Partie konnte ich ein Turmendspiel mit Mehrbauern erreichen. Hier machte ich jedoch einen fatalen Königszug, der mich selber einsperrte. Ich versuchte dann trotzdem noch einiges, aber als nur noch die beiden blanken Könige auf dem Brett standen, war ein Remis überaus wahrscheinlich – sehr zur Freude des mit angereisten Fanclubs (incl. eigens hergestellter T-Shirts!) meines Gegners.

In Runde zwei traf ich mit Schwarz auf Robert Siemes (Ratinger SK). Gegen Robert habe ich im Januar in Bergedorf noch eine spannende Partie verloren, diesmal war mein Gegner allerdings „völlig von der Rolle“ und überschritt bereits im 18. Zug (!) in bereits hoffnungsloser Stellung die Zeit.

Die dritte Runde hatte ich Weiß gegen Boris Litfin (SC Emmendingen). Wieder einmal kam es zu Königsindisch und zum Sämisch-Angriff. Mein Gegner misshandelte die Eröffnung allerdings gründlich. Nach 15 Zügen kam ein Schachfreund zu mir und sagte: Ich gebe Deinem Gegner noch 10 Züge! Es hat dann jedoch doch noch bis zum 35. Zug gedauert, bis mein Gegner sich geschlagen gab. In dieser Partie sind mir einige spektakuläre Manöver und taktische Opfer gelungen!

In Runde vier spielte ich mit Schwarz gegen Christian Klaus (SV Breitenworbis). Hier musste ich mich lange Zeit passiv verteidigen, konnte aber alle Drohungen abwehren. Kurz vor der Zeitkontrolle konnte ich mich dann mit einem taktischen Gegenschlag befreien, der mir zudem eine Qualität bescherte. Diesen Vorteil ließ ich mir nicht mehr nehmen und sicherte mir nach 49 Zügen den ganzen Punkt. Damit hatte ich 3,5 Punkte auf dem Konto und führte das Feld mit einem halben Punkt Vorsprung an.

Die letzte Runde saß ich dann an Brett 1. Von allen Gruppen wurde das jeweils erste Brett live ins Internet übertragen. Mein Gegner war Ingo Thomas (Krefelder SK Turm), die Nummer zwei der Setzliste. Nach 10 Zügen bot mir mein Gegner Remis an. Da ich aber nicht von den Ergebnissen der Verfolger abhängig sein wollte, lehnte ich ab! Als wir 25 Züge gespielt hatten, endeten zwei Partien der Spieler mit 3,0 Punkten günstig für mich, also bot ich nun meinerseits Remis an. Da die Stellung auch tatsächlich ausgeglichen war, nahm mein Gegenüber das Angebot an.

Mit 4,0 Punkten aus 5 Runden und ungeschlagen sicherte ich mir dadurch erstmals den Titel „Deutscher Meister“! Und mit meiner Turnierleistung von 2257 konnte ich mich auch noch über den Zuwachs von 30 DWZ-Pünktchen freuen!

Euer

Ralf Schöngart

Ralf Schöngart mit Pokal und Urkunde

Ralf Schöngart mit Pokal und Urkunde

ACO-Amateur-Weltmeisterschaft 2018

Vom 12. Mai bis 20. Mai 2018 fand auf der griechischen Insel Kos die ACO-Amateur-Weltmeisterschaft statt. Als „Spiellokal“ diente ein 5-Sterne-Hotel direkt am Strand. Verpflegung und Service waren phantastisch, kein Wunder also, dass viele Spieler*Innen ihre Nicht-Schach-spielenden Begleitungen mitbrachten. Und auch die Spielbedingungen waren hervorragend. Vor dem Turnier gab es ein Seminar mit dem Super-Großmeister Alexei Shirov, während des Turniers wurden verschiedene Seminare und ständige Partie-Analysen von den Großmeistern Zigurds Lanka und Spyridon Skembris angeboten. Im Rahmenprogramm gab es verschiedene Blitzturniere, Simultanveranstaltungen und sogar eine Bustour über die Insel.

Insgesamt 307 Spieler aus 29 Nationen waren in diesem Jahr am Start. Gespielt wurde in 7 Wertungsgruppen. Ich selber spielte in Gruppe B (ELO 2000 – 2200). In der ersten Runde spielte ich mit Weiß gegen einen jungen Spieler aus Deutschland (ELO 1995). Gegen Königsindisch wählte ich wieder einmal den Sämisch-Angriff. Durch eine taktische Abwicklung im Mittelspiel konnte ich einen Bauern gewinnen und gleichzeitig alle schwarzen Figuren passiv stellen. Mein Gegner versuchte noch, die Stellung „mit Gewalt“ zu öffnen, lief dabei allerdings in einen Mattangriff. Auch in der zweiten Runde hatte ich Weiß, mein Gegner diesmal kam aus der Schweiz (ELO 2164). Hier kam das slawische Damengambit auf’s Brett. In einer Partie mit vielen taktischen Fallstricken auf beiden Seiten (die Bewertung von „Fritz“ schwankt von + 18  bis – 8!) konnte ich einen starken Angriff abwehren und selber einen erfolgreichen und sehenswerten Konter setzen. Gut, dass wir keine Computer, sondern Menschen sind! Die Notation dieser Partie hänge ich an, wer Lust hat, kann diese spannende Partie ja mal nachspielen. Und wer Fragen dazu hat – nur zu!

Nachmittags dann die erste Doppelrunde. Mit Schwarz musste ich mich gegen die Bird-Eröffnung wehren, hatte damit aber vor Kurzem noch Erfahrungen in unserer Vereinsmeisterschaft sammeln dürfen (danke Thomas!). Nach einer unspektakulären Partie nahm mein Gegner aus Deutschland (ELO 2164) mein Remis-Angebot an. 2 ½ aus 3 – kein schlechter Start in so ein Turnier! In der vierten Runde traf ich auf einen FIDE-Meister aus Schweden (ELO 2149). Mit Schwarz fand ich es angemessen, skandinavisch zu spielen … Mein Gegner kannte sich allerdings besser mit den Feinheiten dieser Eröffnung aus. Ich versuchte noch, mit einem Springeropfer für 2 Bauern Unruhe zu stiften, der erfahrene Schwede umschiffte jedoch gekonnt alle Klippen. „Zur Belohnung“ wurde der sympathische Skandinavier am Ende des Turniers auch noch zum Weltmeister gekürt!

Die 5. Runde spielte ich mit Weiß gegen Holländisch (nein, mein Gegner kam aus Deutschland – ELO 2144). Ich überließ Schwarz das Läuferpaar in der Einschätzung, aktives Spiel im Zentrum zu bekommen. Das stellte sich allerdings als Trugschluss heraus. Aber ich konnte die Stellung zumindest im Gleichgewicht halten und so endete diese Partie Remis. Am Nachmittag dann die zweite Doppelrunde. Was ich in dieser Partie „verbrochen“ habe, hatte mit Schach nix zu tun. Mein deutscher Gegner (ELO 2102) konnte sich über einen leichten Sieg freuen. Am Donnerstag war dann Ruhetag, den konnte ich auch gut gebrauchen!

In Runde 7 musste ich mich erneut mit holländisch auseinandersetzen, obwohl mein Gegner aus Schweden kam (ELO 2163). Ich stellte in der Eröffnung schlichtweg einen Bauern ein, konnte aber lange Zeit die Partie in der Remisbreite halten. Doch dann hatte ich die „tolle“ Idee, in ein Turmendspiel abzuwickeln (Turmendspiele sind immer Remis …). Leider waren meine Türme zu passiv und irgendwann konnte ich die Einbruchsfelder nicht mehr kontrollieren. Noch ‘ne Null. In der vorletzten Runde hatte ich wiederum einen Gegner aus der Schweiz (ELO 2043), der mir das inzwischen beliebte Damenbauernspiel mit 2. Lf4 vorsetzte. Nach 22 Zügen bot mir mein Gegenüber ein Remis an. Ich war allerdings bei meinem bisherigen Turnierverlauf mit Remis nicht zufrieden und lehnte ab. In einer verwickelten Stellung opferte der Eidgenosse einen Bauern, was auch ziemlich gut aussah. Ich schaffte es jedoch, meinen „Laden zusammenzuhalten“ und behauptete den Mehrbauern bis ins Endspiel. Nach Beendigung der Partie schimpfte mein Gegner lauthals – allerdings mit sich selbst! Soll noch mal einer sagen, die Schweizer seien ausgeglichen …

Vor der letzten Runde wurde statt der üblichen Eröffnungsmusik ein Musikvideo von einer in Chile sehr bekannten Sängerin vorgeführt. Diese Sängerin spielte selber beim Turnier mit und präsentiert auf ihrem neuen Album, das erst in zwei Monaten (!) erscheint, einen Song über Schach – also quasi eine Weltpremiere! In diesem Song wird auch über Caro-Kann gesungen. Als die Partien anfingen, sagten meine Sitznachbarn, eigentlich müsste man ja jetzt Caro-Kann spielen. Ich hatte Schwarz, mein Gegenüber hatte bereits 1. e4 gezogen – also sagte ich: Mach ich und zog zur allgemeinen Erheiterung c6! Mein junger Gegner aus Deutschland (ELO 2011) war allerdings mit dem Nimzowitsch-System nicht so gut vertraut. Diese Partie beendete ich spektakulär: Ich opferte einen Turm, um einen Bauern zur Dame zu verwandeln. Dieses „junge Fräulein“ gab ich allerdings bereits 2 Züge später wieder her, dadurch war jegliches Gegenspiel von Weiß unmöglich geworden und mein Gegner gab die Partie auf. Nach zwei Weiß-Siegen zu Beginn nun also zwei Schwarz-Siege als Abschluss – ein rundes Turnier! Damit hatte ich 5 Punkte aus 9 Runden auf dem Konto, was in der Endabrechnung Platz 14 bedeutete. Insgeheim hatte ich auf einen Top-Ten-Platz gehofft, aber auch dieses Ergebnis ist für mich in Ordnung.

Bei der Siegerehrung trat dann die chilenische Sängerin noch einmal live auf und es gab sogar noch einen Überraschungsgast: Die ehemals beste weibliche Schachspielerin der Welt, Judith Polgar, war am Tag vorher angereist und wirkte sogar teilweise bei der Siegerehrung mit!

Insgesamt war es eine sehr schöne Veranstaltung mit einer gelungenen Mischung aus Schach und Urlaub – oder aus Urlaub und Schach, je nachdem …

Ralf Schöngart

Ralf Schöngart (im SFB-Shirt!) im Gespräch mit GM Alexei Shirov

Schöngart – Potterat

 

Letzte Runde der Saison 2017/18

An diesem Sonntag stand die neunte und damit letzte Runde an. Die Schachfreunde spielten auswärts gegen die erste Mannschaft aus Wesel.

Paul Urbanek eröffnete an Brett 3 mit der Spanischen Partie, sein Gegner wählte die Berliner Verteidigung, brachte aber schon im 4. Zug eine wenig empfehlenswerte
„Neuerung“, die ihm einige Züge später einen Bauern und die Stellung kostete. Inzwischen hatte Stefan Klein an Brett 6 in der Tarrasch-Verteidigung des Damengambits durch eine Springergabel einen Läufer gewonnen. So war der Anfang
für uns schon einmal viel versprechend. Aber leider ging es nicht so glatt, wie wir uns
das vorgestellt hatten. Paul beurteilte den Angriff seines Gegners über die h-Linie
falsch und verlor entscheidendes Material und die Partie.

An Brett 1 spielte Bernd Skalmowski, sein Gegner hatte die Skandinavische
Verteidigung gewählt. Er wählte eine nicht gebräuchliche Fortsetzung und erhielt
eine viel versprechende Stellung, konnte diese dann aber nicht zum Gewinn bringen,
die beiden Spieler einigten sich auf remis.

Auch an Brett 4 kam es bei Burkhard Drewes zur Tarrasch-Verteidigung im
Damengambit. Hier konnte aber keiner der Kontrahenten einen Vorteil erspielen und
die Partie endete remis.

An Brett 7 kam bei Volker Harms mit Zugumstellung ein Damengambit aufs Brett.
Auch hier konnte keiner der Spieler entscheidenden Vorteil erlangen und es kam
zum Remis.

Bei Helmut Blanck an Brett 5 war es inzwischen zu einem Endspiel mit jeweils
Springer, Läufer und 5 Bauern gekommen, als sein Gegner ihm Remis anbot. Weil
an Brett 6 trotz Mehrfigur noch eine unklare Stellung war, zögerte er die Annahme
noch etwas heraus. Als es dann dort aber zum weiteren Abtausch und Übergang ins
Endspiel kam, nahm er das Angebot an.

Als nächstes hatte Stefan Klein wie schon erwähnt ins Endspiel abwickeln können
und sein Gegner wollte sich den Gewinnweg dann nicht mehr zeigen lassen und gab
auf.

Nun waren noch die Partien an Brett 2, Ralf Schöngart, und an Brett 8, Thomas
Kebsch, im Gange. Ralf hatte sich gegen den Trompowsky-Angriff eine gute
Stellung herausgespielt und die Qualität gewonnen. Sein Gegner schaffte es
wiederum einen Bauern zu gewinnen, und so standen die Chancen ungefähr gleich.
Thomas hatte die Französische Verteidigung gewählt und sein Gegner nach der
Abtauschvariante eine eigenwillige dem Panow-Angriff ähnliche Fortsetzung.
Thomas konnte aber aus dem Einzelbauern auf d4 keinen Vorteil ziehen. Beide
Partien wurden schließlich remis gegeben.

So endete dieser Mannschaftskampf einmal mehr 4:4 unentschieden. Mit einer
Gesamtausbeute von 9 Mannschaftspunkten erreichten wir Platz 6 und konnten
damit den Klassenerhalt sichern.

Bernd Skalmowski

Ralf Schöngart verliert Finale

Am Samstag, 7.4.18, fand in der Hohen Luft das Finale um den Bezirks-Dähnepokal statt. Dabei traf Ralf Schöngart auf den ehemaligen Oberliga-Spieler Uwe Rick aus Lüneburg. In einer selten gespielten (und mir unbekannten) Variante im Slawischen Damengambit konnte Schwarz den Mehrbauern behaupten. Beim Versuch, aktives Gegenspiel zu organisieren, übersah ich eine taktische Widerlegung, die meine Stellung praktisch lahm legte. Als ich auch noch eine Qualle einbüßte, gab ich den hoffnungslosen Kampf auf.

Herzlichen Glückwunsch an Uwe Rick zum Sieg im Bezirks-Dähnepokal und viel Erfolg beim Dähnepokal auf Landesebene!

Ralf Schöngart

DSC00584

Ralf Schöngart gewinnt Turnier in Kassel

An diesem Wochenende fand in Kassel das vorletzte Qualifikationsturnier für die Deutsche-Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) statt. Insgesamt 327 Spieler, aufgeteilt in 7 Wertungsgruppen, traten an, um sich für das Finale Ende Mai in Leipzig zu qualifizieren.

Ich spielte in der B-Gruppe mit 54 Teilnehmern. Da ich mich bereits in Magdeburg für das Finale qualifiziert habe, konnte ich das Turnier ganz entspannt angehen. Und das kann ja auch helfen: Meine ersten drei Partien konnte ich gewinnen und war alleiniger Tabellenführer! In Runde vier griff ich aber gründlich daneben und verlor sang- und klanglos (oder „mit Pauken und Trompeten“ …). In Runde 5 konnte ich dann aber wieder den ganzen Zähler einsammeln. Am Ende hatten sechs Spieler 4,0 Punkte auf dem Konto. Da ich jedoch von Anfang an in der Spitze gespielt habe, entschied die Buchholz-Wertung dieses Mal zu meinen Gunsten und ich wurde Turniersieger. Ich hätte nichts dagegen, wenn’s beim Finale in Leipzig auch so laufen würde!

Ralf Schöngart

 

8. Runde Bezirksoberliga: Großer Kampf

Die erste Mannschaft des SV Bad Bevensen waren an diesem Spieltag unsere Gäste. Beide Mannschaften konnten ungefähr ihre stärkste Mannschaft ins Rennen schicken.

Der Anfang war wenig viel versprechend für uns. An Brett 5 spielte Helmut Blanck,
sein Gegner brachte den Trompowsky-Angriff aufs Brett. Helmut wählte eine Fortsetzung, die ihn durch Abtausch der schwarzfeldrigen Läufer in Stellungsnachteil
brachte und sah sich schon bald einem gewaltigen Angriff ausgesetzt. Lange Zeit
konnte er bei wenig Platz die Stellung noch halten. Doch dann musste er die Qualität
geben und der Turm seines Gegner konnte auf der g-Linie entscheidenden Druck
erzeugen, was dann noch zum Verlust des Läufers führte. Helmut gab auf.

Stefan Klein spielte an Brett 7 gegen die Grünfeld-Indische Verteidigung und
erreichte eine tolle Stellung mit vorgerückten gedeckten Bauern auf d5 und e5. Für
einen möglichen Königsangriff opferte er einen Läufer gegen 2 Bauern. Es stellte
sich aber heraus, dass es doch nicht so einfach war, den König in die Mangel zu
nehmen. So sollten denn die vorgerückten Bauern den Sieg sicherstellen. Aber in
diesem Moment übersah Stefan, dass sein Gegner wegen einer Springergabel einen
der Bauern gewinnen konnte. Die Partie endete remis.

Thomas Kebsch hatte an Brett 7 die Französische Verteidigung gewählt. Er konnte
seinem Gegner einen Zentrumsbauern abnehmen, den er aber wenige Züge später
wieder verlor. Die beiden Spieler einigten sich auf remis.

An Brett 8 spielte Henri Rückert. Sein Gegner wählte die Altindische Verteidigung.
Im Verlaufe des Spiels verlor Henri einen Bauern. Zu diesem gesellte sich später
noch ein zweiter, den er dann aber noch wieder zurückbekam. Der eine Mehrbauer
ging dann aber zur Dame und Henri verlor.

An Brett 4, dort spielte Burkhard Drewes, kam es zur Holländischen Verteidigung.
Es kam schnell zum Abtausch der Leichtfiguren und der Damen. Die einzige offene
c-Linie schnappte sich aber sein Gegner, konnte aber in diesem Turmendspiel keinen
entscheidenden Vorteil herausspielen, so einigten sie sich auf remis.

Damit war die gegnerische Mannschaft schon mit 3,5:1,5 in Führung gegangen und
wir mussten die Remis-Angebote der Gegner natürlich ausschlagen.

Paul Urbanek wehrte sich an Brett 3 gegen die Italienische Partie seines Gegners
mit der Ungarischen Verteidigung. Im Verlaufe des Spiels kam es zum Abtausch
seiner beiden Türme gegen die gegnerische Dame. Durch die bessere Beweglichkeit
der Dame gewann Paul einen Bauern, den er sehenswert als Freibauern bis auf die
gegnerische Grundlinie bringen konnte und damit gewann.

Auch an Brett 1 wählte Bernd Skalmowski die Ungarische Verteidigung. Das Spiel
schwenkte aber schnell in ganz andere Bahnen. Bernd musste seinem Gegner das
Läuferpaar lassen und kam in eine gedrückte Stellung. Sein Gegner war aber offenbar mit remis zufrieden, denn er tauschte munter ab. Es blieben dann Springer
auf Bernds Seite gegen den Läufer beim Gegner und beide hatten noch 5 Bauern. Im
weiteren Verlauf stellte sich der Springer in diesem Fall als stärker heraus und kurz
vor Ablauf seiner Bedenkzeit war auch die Stellung seines Gegners verloren.

Nun hing alles an Ralf Schöngart, der an Brett 2 eine absolut ausgeglichene
Stellung hatte. Für eine möglichen Freibauern gab er die Qualität und der Freibauer
stellte sich als stark heraus. Zum Partiegewinn reichte es dennoch nicht, die Partie
endete remis.

Also haben wir auch diesmal doch noch einen Mannschaftspunkt gewinnen können.

Bernd Skalmowski

Kampflose Punkte

Die siebte Runde der Bezirksoberliga war begleitet von zwei kampflos entschiedenen Partien. Bei unseren Gästen, der ersten Mannschaft des SV Winsen (Luhe), blieb das
erste Brett unbesetzt und wir konnten durch Krankheit unser sechstes Brett nicht
besetzen. So stand es dann gleich zu Beginn 1:1.

An Brett 4 sah sich Stefan Klein der Pirc-Ufimzew-Verteidigung ausgesetzt. Schwarz
tauschte seinen weißfeldrigen Läufer gegen den Springer auf f3 und kam dadurch
mit der Dame zur Bedrohung zweier Bauern, von denen Stefan nur einen decken
konnte. Er entschied sich dann aber doch dafür, den angegriffenen Bauern auf b2
nicht zu nehmen, was Stefan einen erheblichen Entwicklungsvorteil gebracht hätte.
Später gewann Schwarz dann aber doch noch einen Bauern, Stefan konnte aber
einen Turm auf die 7 Reihe bringen. Die beiden einigten sich auf remis.

Inzwischen sah es an den Brettern 7 und 8 düster aus.

Thomas Kebsch hatte sich an Brett 7 mit der FranzösischenVerteidigung einige
Ungenauigkeiten geleistet. Sein Gegner konnte die e-Linie öffnen und Thomas hatte
noch nicht rochiert. Es kam dann leider wie es kommen muss, der Angriff gegen den
unrochierten König schlug durch und Thomas musste aufgeben.

An Brett 8 wählte der Gegner von Henri Rückert die Holländische Verteidigung und
da die, gerade für einen noch unerfahrenen Spieler, schwer zu spielende Stonewall-
Aufstellung. Sein Gegner kam dann auch mit dem Läufer auf a6 zu einem
Figurengewinn. Henri wehrte sich noch eine ganze Zeit wacker, aber im 29. Zug
wurde er mattgesetzt.

So brauchten die Winsener nur noch einen Punkt, um den Mannschaftskampf zu
gewinnen, die anderen Bretter waren zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich unklar.

Volker Harms hatte seinem Gegner an Brett 6 die Russische Verteidigung
vorgesetzt und kam im Mittelspiel zu Druck auf der d-Linie, die schließlich zu einem
Figurengewinn führte. Im Damenendspiel hatte er dann einen Springer mehr und
musste nur noch ein mögliches Dauerschach seines Gegners verhindern. Zur
Vereinfachung, er hatte inzwischen auch noch zwei Bauern gewonnen, tauschte er
dann Springer und Dame gegen die Dame, und das Bauernendspiel war leicht
gewonnen.

An Brett 2 spielte Paul Urbanek, er bekam die Skandinavische Verteidigung
vorgesetzt. Es kam im Mittelspiel zu einer unklaren Stellung. Durch Fesselung eines
Springers auf d7 konnte er aber die Qualität gewinnen. Sein Gegner verbrauchte in
dieser Phase fast seine ganze Bedenkzeit. Aber es half alles nichts, nach 42 Zügen
gab er auf.

So hatten wir dann gleichgezogen, es stand 3,5 zu 3,5

Helmut Blanck und sein Gegner an Brett 3 hatten eine Art Damengambit mit vertauschten Farben auf dem Brett. Sie hatten beide bis zum 20. Zug schon sehr viel
Bedenkzeit investiert und keiner hatte einen fühlbaren Vorteil erzielt. So einigten sie
sich auf remis.

So haben wir in diesem Kampf einen wertvollen Punkt zum Klassenerhalt retten
können.

Bernd Skalmowski